36 Pärle Kickschuhe für Georgs Team
Der junge Balinger Georg Hartmann arbeitet die nächsten 13 Monate in Brasilien mit Straßenkindern
Balingen/Fortaleza, 11.08.2010 von Karl-Otto Müller
Er ist einer von 80 ehrenamtlichen Helfern, die nach Lateinamerika, nach Afrika oder Palästina entsendet werden. Das Ziel Georg Hartmanns heißt Fortaleza, eine Stadt in Brasilien. Für die nächsten dreizehn Monate seine Heimat. Er hat sich beworben, um dort mit Straßenkindern arbeiten zu können.
Für ihn ein Lerndienst, keinesfalls missionarischer Auftrag, so sagt er. In einem vierzehntägigen Vorbereitungsseminar in Darmstadt wurden ihm Land und Leute, historische und politische Hintergründe des Landes nähergebracht. Und er sei sensibilisiert worden für die Probleme so genannter Entwicklungshilfe, er sieht sie durchaus kritisch. Und seine Rolle keineswegs als die eines Entwicklungshelfers. Nein, er wolle etwas lernen. Für sich, für sein Leben. Eben auch von südamerikanischen Straßenkindern, von der Kultur Lateinamerikas. Er möchte sie verstehen lernen – er weiß, am besten geschehe diese in der persönlichen Begegnung . . .. . . eben auch auf dem Bolzplatz. Seinen künftigen Schützlingen – er kennt sie noch nicht und sie nicht ihn – möchte er dennoch Gastgeschenke mitbringen: Kickschuhe. Er wisse von Vorgängern, welch hohen Stellenwert diese Kickschuhe bei „kleinen Maradonas“ einnehmen.
Als einstiger freier Mitarbeiter des ZOLLERN-ALB-KURIER besann er sich der kurzen Wege zwischen Redaktion und Leserschaft, bat um einen Appell an dieselbe. Prompt landeten 36 Paare gut erhaltene, teils neuwertige Kickschuhe in den Redaktionsstuben. Insgesamt rund 20 Kilogramm Fluggewicht, die sich die Fluggesellschaft gerne mit 150 Euro Frachtkosten vergüten lassen möchte. Noch sei er in Verhandlungen, gibt sich Georg Hartmann optimistisch und gleichsam entschlossen: Auf keinen Fall bleibe auch nur ein Pärle hier.
