Qualifikantin überrascht

Ladies Open: Magda Linette schlägt im Endspiel Silvia Soler-Espinosa

Hechingen, 09.08.2010 von Michael Schneider

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Magda Linette hat die 13. Ladies Open gewonnen. Im Finale bezwang die Polin die favorisierte Spanierin Silvia Soler-Espinosa mit 7:5, 3:6 und 6:2. In der Doppel-Konkurrenz ging der Sieg an Begu/Laurendon.

Einer Qualifikantin gelang die Sensation bei den 13. Auflage des Hechinger Tennis-Klassikers: Die Polin Magda Linette setzte sich im Finale gegen die in der WTA-Weltrangliste rund 150 Plätze besser geführte Silvia Soler-Espinosa in drei Sätzen durch.

Die an Nummer zwei gesetzte Spanierin gab auf ihrem Weg ins Endspiel lediglich einen Satz ab. Im Viertelfinale tat sich Soler-Espinosa gegen Anais Laurendon aus Frankreich beim 6:3, 6:7, 6:4 etwas schwer. Im Halbfinale machte sie ihre Titelambitionen aber deutlich: Die Polin Katarzyna Piter hatte beim 6:2, 6:0-Sieg der Spanierin nicht den Hauch einer Chance.

Soler-Espinosas Finalgegnerin, Magda Linette aus Polen, sorgte mit ihren Auftritten hingegen für eine kleine Überraschung. Die Qualifikantin schmiss in der Vorschlussrunde beispielsweise die an Nummer drei gesetzte Bulgarin Dia Evtimova mit 1:6, 6:4 und 7:5 aus dem Turnier. Schon zuvor ging Linette zweimal über die volle Distanz von drei Sätzen: Im Viertelfinale profitierte sie von der verletzungsbedingten Aufgabe der Tschechin Eva Birnervoa beim Stand von 4:1 im dritten Durchgang. Gegen Irina-Camelia Begu gewann sie mit 6:3, 3:6 und 7:6.

Der direkte Vergleich zwischen der Polin und Soler-Espinosa bot dem Hechinger Publikum von Beginn an Sandplatz-Tennis auf hohem Niveau, den besseren Start erwischte die favorisierte Spanierin. Die Nummer zwei der Setzliste führte schnell mit 2:0 und hielt den Vorsprung bis zum 4:2, ehe Linette mehr Länge und Härte in ihre Schläge brachte. Soler-Espinosa gewann fortan nur noch ein Spiel, der erste Satz ging mit 7:5 an die Qualifikantin.

Gleiches Bild in Durchgang zwei: Hier gab die Favoritin eine 3:0-Führung allerdings nicht mehr aus der Hand und entschied den Satz mit 6:3 für sich. Die Spanierin bestimmte zwar über weite Strecken der Begegnung das Tempo und leistete sich – ähnlich wie Linette – kaum vermeidbare Fehler, wusste dem unbändigen Kampfgeist der Polin am Ende aber nichts mehr entgegenzusetzen. Im entscheidenden dritten Durchgang spielte sich Linette mit drei Breaks auf 5:1 in Front, ließ Soler-Espinosa lediglich noch das 5:2 und krönte sich nach rund 140 Minuten Spielzeit mit einem Vorhand-Winner cross-court zur Ladies Open-Königin 2010.

Im Finale der Doppelkonkurrenz wurden die deutschen Farben durch Julia Schruff vertreten. Im Gespann mit der Japanerin Erika Sema war die Augsburgerin an Nummer zwei gesetzt. Mit Siegen über Danielle Harmsen/Ana Vrljic, Leticia Costas-Moreira/Ines Ferrer-Suarez und Quirine Lemoine/ Angelique van der Meet schlugen sich Schruff/Sema ins Endspiel der 13. Ladies Open. Dort traf das deutsch-japanische Duo auf die Paarung Irina-Camelia Begu/ Anais Laurendon, die sich zuvor gegen Magda Linette/Katarzyna Piter, Elise Tamaela/Scralett Werner und Jorgelina Cravero/Silvia Soler-Espinosa durchsetzten.

Im Finale fanden Begu/Laurendon zunächst besser ins Spiel, den ersten Satz gewannen sie mit 6:2. Schruff/Sema konnten erst im zweiten Durchgang an ihre vorherigen Leistungen anknüpfen – und erkämpften sich mit einem 6:4 den entscheidenden Match-Tiebreak. Hier zeigten sich Begu/Laurendon mit 10:8 nervenstärker.

 

Ladies Open: Sehr gute Resonanz – auch bei „Facebook“

Bei den diesjährigen Ladies Open war man immer live dabei – auch ohne Sitzplatz auf der Tribüne. Auf der Homepage des TC Hechingen wurde ab der Endrunde der Qualifikation ein kostenloser Live-Scoring-Service angeboten. Via Internet konnten Fans alle Spielstände der Matches Punkt für Punkt mitverfolgen. Andreas Fechter, Leiter des IT-Büros, sorgte dafür, dass die Neuerung reibungslos funktionierte.

Zuschauer zählte Gerhard Frommern schon bald nicht mehr, der Andrang stimmte den TCH-Sportwart schnell zufrieden. Auch bei „Facebook“ verzeichneten die Ladies Open eine gute Resonanz. Bis zu den Finalspielen fand das Spektakel rund 100 Freunde. „Das ist zwar nur eine kleine Spielerei, aber gehört in der heutigen Zeit dazu“, grinste Frommer. Auf der Profil-Seite informierten die Veranstalter rund um das Turnier.

Nur eine Deutsche schaffte es ins Viertelfinale. Für Turnierdirektor Thomas Bürkle nur ein kleiner Wermutstropfen: „Natürlich ist es schön, wenn nationale Identifikation möglich ist. Dem Interesse hat das Fehlen einer deutschen Halbfinalistin aber nicht geschadet.“ Statt Schwarz-Rot-Gold war Osteuropa traditionell stark vertreten. Die Spanierin Silvia Soler-Espinosa war im Halbfinale schon fast eine Exotin.

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