Die Gasteltern fiebern immer mit
Ladies Open: Viele Spielerinnen übernachten in Privatunterkünften
Hechingen, 09.08.2010 von Zora Bombach
Das Leben als Tennis-Spielerin kostet Geld, und das nicht zu knapp. „Eine Übernachtung im Hotel kostet locker 70 Euro“, weiß Janina Toljan. Die 20-jährige Österreicherin hat sich deshalb umso mehr gefreut, dass sie für die Zeit der Hechingen Ladies Open bei einer der 18 Gastfamilien unterkommen konnte. „Das spart viel Geld“, stellt sie bestimmt fest.
Die Übernachtung bei einer Gastfamilie hat aber noch andere Vorteile. Toljans Gasteltern Sybille und Peter Jehs stehen ihren Gästen auch anderweitig zur Seite. „Wenn unsere Spielerinnen gerade ein Match haben, drücken wir natürlich die Daumen“, erklärt Peter Jehs. Und wenn es mal nicht so gut läuft für ihre Schützlinge, dann leiden die beiden Bechtoldsweilener mit. „Wenn die Mädchen nach einer Niederlage Trost brauchen, haben wir immer ein paar aufmunternde Worte parat“, erzählt Sybille Jehs. Sie und ihr Mann sind nicht nur Gasteltern, weil es ihnen so viel Freude bereitet – sie wollen damit auch den TC Hechingen unterstützen und die Ladies Open fördern. „Wir haben dieses Jahr sogar unseren Urlaub unterbrochen“, erklärt Sybille Jehs lächelnd. Für sie und die 17 anderen Gastfamilien ist es ein fester Termin im Jahr.
Seit der Geburt der Ladies Open im Jahre 1998 setzt Turnierchef Gerhard Frommer auf dieses besondere Angebot. Mittlerweile tun es ihm viele Turnierveranstalter nach. Der Sportwart kümmert sich, wenn es sein muss, auch persönlich darum, dass die Spielerinnen einen Platz bekommen. Rund zwei Drittel der Spielerinnen kommen so bei Privatleuten unter.
Manchmal sind es bis zu drei Gäste – wie bei Familie Jehs: Neben Janina Toljan bieten sie auch deren Schwester und Schiedsrichterin Lena Toljan (21) sowie der Lokalmatadorin Katerina Avdiyenko (23) aus der Ukraine ein Zuhause auf Zeit. Vom Start der Qualifikationen bis zum jeweils letzten Spiel ihrer Schützlinge stellen sie sich voll auf deren Bedürfnisse ein. „Es fehlt uns an nichts“, bestätigt Janina Toljan zufrieden.
Einmal während dieser Woche laden die Jehs' sogar die Freundinnen der Teilnehmerinnen zum Abendessen ein. „Da erfährt man viel über ihre Heimat, die Familie und ihre Pläne für die Zukunft“, erzählt Gastmutter Sybille Jehs.
Damit die Spielerinnen rechtzeitig von ihrer Gastfamilie nach Hechingen kommen, bieten Organisationschef Frommer und sein Team einen Shuttle-Service an. Der funktioniert zwar reibungslos, ab und an springt aber doch die Gastfamilie ein – nur um selbst dabei zu sein, wenn ihre Mädchen spielen. Manchmal treffen sie auf dem Spielgelände auch auf bekannte Gesichter, frühere Gäste.
„Wir sind seit acht Jahren Gastfamilie und jedes Mal froh über die Zeit mit den Spielerinnen“, betont Peter Jehs. Und Janina? Die will eigentlich im nächsten Jahr schon viel weiter sein. „Sollte ich aber wieder hierher kommen, möchte ich auf jeden Fall zur Familie Jehs“, verrät sie.
