„Schöpfen aus einem Pool an Erfahrungen“

INTERVIEW MIT GERHARD FROMMER

Hechingen, 09.08.2010

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Gestern gingen die diesjährigen Ladies Open des TC Hechingen zu Ende. Für Cheforganisator Gerhard Frommer war die 13. Auflage des Tennis-Klassikers unterm Zoller erneut ein voller Erfolg.

Sein Name steht als Synonym für die Ladies Open. Seit Gerhard Frommer im Jahre 1998 die erste Auflage des Turniers ins Leben rief, haben sich die Ladies Open zum größten Damen-Freiplatzturnier Deutschlands gemausert. Im Gespräch mit unserem Mitarbeiter Michael Schneider blickte der TCH-Sportwart noch einmal zurück – und auch voraus.

Wie lautet Ihr Fazit zu den diesjährigen Ladies Open?

GERHARD FROMMER: Aus organisatorischer Sicht verlief das Turnier ohne Probleme. Der Zeitplan mit Quali und Hauptfeld ist quasi in Stein gemeißelt, selbst das Wetter kann daran nicht rütteln. Den spielfreien Regentag haben wir locker aufgeholt, da sind die Spielerinnen und unsere Turnierdirektion mit Thomas Bürkle einfach Profis genug. Zwei Spiele an einem Tag waren für die Mädels kein Problem. Der Beginn wurde um zwei Stunden vorverlegt, zwischen den Matches hatten die Spielerinnen vier Stunden Pause. So hat alles gepasst. Auch weitere Unterbrechungen hätten daran nichts geändert. Man sieht, dass sich über die Jahre eine bemerkenswerte Routine entwickelt hat, alle Beteiligten können aus einem Pool an Erfahrungen schöpfen. Am wichtigsten ist es, Ruhe zu bewahren.

Das Turnier hielt einige Überraschungen bereit, die Nummer eins, Patricia Mayr, musste bereits in Runde zwei die Segel streichen.

FROMMER: Es ist zwar kurios, dass die Nummer eins auch in diesem Jahr nicht gewinnen konnte, es hat mich aber nicht überrascht. Die top gesetzte Spielerin hat bei den Ladies Open noch nie viel gerissen. Wir müssen eine Setzliste führen, könnten darauf aber auch verzichten. Eine Favoritin ist vor dem Start kaum auszumachen, die Leistungsdichte auf diesem Niveau ist äußerst hoch. Zwischen Rang 100 und 500 der Welt entscheidet oft nur die Tagesform. Das sieht man auch an den Ergebnissen. Wir hatten eine Reihe enger Matches. Für die Zuschauer ist dies hervorragend, auch die Spielerinnen kommen damit gut klar. Selbst als Qualifikantin besteht die Möglichkeit, ins Finalwochenende vorzustoßen. Zwei der vier Halbfinalisten waren ungesetzt, Magda Linette kam sogar aus der Quali.

Wie bewerten Sie die Auftritte der deutschen Spielerinnen?

FROMMER: Von acht deutschen Damen schafften es nur drei in Runde zwei, Sarah Gronert schied als letzte im Viertelfinale aus. Das ist keine besonders tolle Bilanz, aber auch keine schlechte. Die Zuschauer freuen sich vor allem auf die Ladies Open als Veranstaltung, eine Deutsche im Finale oder als Siegerin wäre die Krönung. Schön war, dass sich Katerina Avdiyenko als Lokalmatadorin von der Quali bis in Runde zwei gespielt hat.

Welche Änderungen sind geplant?

FROMMER: Mit dem Turnier in seiner aktuellen Form kann man absolut zufrieden sein. Wichtig ist vor allem, dass sich die Spielerinnen und Fans wohl fühlen. Das passt, die Mädels kommen gern nach Hechingen. Auf Funktionärsebene gibt es ebenfalls kaum Kritikpunkte, ganz im Gegenteil. Im Bewertungskatalog schneiden wir seit Jahren sehr gut ab und können europaweit mit höher dotierten Veranstaltungen mithalten. Änderungen sind daher nicht nötig, das Niveau zu halten ist unser Ziel.

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