IT-Fachmann verlor den Überblick

Balingen, 06.08.2010

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Den kaufmännischen Überblick verloren hat in den vergangenen Jahren ein junger Unternehmer, der sich in Balingen erfolgreich in der Neue-Medien-Branche etabliert hatte. „Fachlich sind sie ja ein Käpsele“, lobte Richterin Kraft den 27-Jährigen gestern. Doch bei allem technischen Verständnis häufte der Mann im Laufe der Monate einen Fehlbetrag von 177 000 Euro an. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Verschleppte Insolvenz, Bankrott und Nichtveröffentlichung einer vorgeschriebenen Firmenbilanz. Der Angeklagte und seine Rechtsanwältin bestritten keinen der Vorwürfe. „Unser Ziel ist es vielmehr, bei der Strafzumessung auf höchstens 90 Tagessätze zu kommen“, so die Anwältin. Mehr Tagessätze wären gleichbedeutend gewesen mit einem Eintrag ins Führungszeugnis des bislang unbescholtenen Bürgers. Letztlich fand die Verteidigerin Gehör beim Staatsanwalt. Auf dem kurzen Weg ohne Zeugenanhörung plädierte er auf 90 Tagessätze à 30 Euro. Richterin Kraft verurteilte ihn schließlich genau dazu und ersparte ihm damit den Eintrag. Nicht zuletzt deshalb, weil der Jungunternehmer mit seiner neuen Firma wieder auf der Erfolgsspur zu sein scheint, das Kaufmännische nun aber komplett von einem Steuerberatungsbüro erledigt wird.

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