Trotz „Deals“ droht über sechs Jahre Haft
45-Jähriger aus dem Kreis in Ulm vor Gericht
Zollernalbkreis/Ulm, 06.08.2010
Die Anklage lautet auf gewerbsmäßige Urkundenfälschung und Betrug in 528 Fällen. Der Mann aus dem Zollernalbkreis soll von März 2009 bis Februar 2010 auf die Namen von ahnungslosen Dritten 85 Konten eröffnet und auf diese gefälschte Überweisungen von Vereinen aus dem gesamten Bundesgebiet veranlasst haben. Beim Prozessauftakt legte der Angeklagte nach Angaben eines Gerichtssprechers ein Geständnis ab. Die Prozessbeteiligten trafen daraufhin eine Verfahrensabsprache. Diesem so genannte Deal zufolge drohen dem 45-Jährigen höchstens sechseinhalb Jahre Haft.
Der Mann war wegen des gleichen Delikts bereits 2006 zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sieben Monaten verurteilt worden. Bei seinen neuerlichen kriminellen Machenschaften hatte er Adressen leerstehender Wohnungen im Raum Göppingen, Pforzheim, Kassel und Leipzig angegeben. Die Daten der Vereine hatte er sich im Internet besorgt. Mehr als 350 000 Euro flossen nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf die „Geisterkonten“. 200 000 Euro davon soll der 45-Jährige dann an Geldautomaten abgehoben haben. Die Kontokarten und Geheimnummern, soll er aus den Briefkästen der leerstehenden Wohnungen gefischt haben.
