Die Idee einer Bahnhofspassage

Balingens Stadtplaner bleiben bei Strasser-Areal und Bahnhofstraße nicht stehen

Balingen, 05.08.2010 von Karl-Otto Müller

Der Abriss der alten Backstein-Industriebrache ist für Balingens Stadtplaner beschlossene Sache. Die Substanz lassen keine Sanierung zu, weiß Baudezernent Ernst Steidle bereits seit langem. Neues müsse hier entstehen.

Die Schemmerhofer Projektentwickler der Firma Dünkel haben sich vorgenommen, an diesem Standort großflächigen Einzelhandel zu entwickeln. Keine neue Idee, räumt Oberbürgermeister Helmut Reitemann (kleines Bild) ein, aber ein neuer, viel versprechender Partner. Er verweist auf bisherige Erfolge, nicht zuletzt in Ravensburg oder auch Albstadt.

Zweiter Partner im Boot ist die Balinger Wohnbaugenossenschaft. Seit Jahren zeigt sie ernsthaftes Interesse an der Bebauung dieses Geländes, idealerweise mit attraktiven Innenstadtwohnungen.

Gemeinderat und Verwaltung haben beide Partner mit der Entwicklung dieses neuen Strasser-Areals beauftragt. Man ist bereit zu verkaufen, der Deal selbst ist noch nicht über die Bühne gegangen. Bis Mitte nächsten Jahres, so stellt sich OB Reitemann vor, sollte das gewerbliche Konzept für den Standort Strasser entwickelt sein. Idealerweise auch die künftigen Betreiber gefunden sein.

Die Stadt selbst wolle ihren Part nach Kräften dazu leisten – Reitemann: „Gut wäre es, wenn wir die West-Ost-Achse von der Friedrichstrasse zum Strasser-Gelände ebenfalls mit geschäftlichem Leben ergänzen könnten.“

Kein Problem indes sehen die Verantwortlichen in der letztendlich immer möglichen Lösung einer attraktiven Wohnanlage, zentral gelegen und mit dem Freizeitwert der Eyach.

Denn die planerischen Ideen der weiteren Stadtentwicklung reichen schon heute über die Bahnhofstraße hinaus: Mit dem Erwerb des Bahngeländes (der Fläche zweier Bahngleise!) seien, so sagt der Oberbürgermeister, auch erste Schritte getan, den gesamten Bahnhofbereich, das Bahnhofgebäude selbst, die ehemalige Gaststätte und den Bahnhofsvorplatz bis zur heutigen Mega-Company hinüber neu zu gestalten. Mit Parkplätzen, wie mehrfach beschrieben, aber auch mit neuen Ideen.

Noch sind es Ideen, beruhigt Reitemann, aber das Bemühen der Stadt gehe in diese Richtung: Bahnhof und Bahnhofsgaststätte müssten gemeinsam entwickelt werden, ihren Vorstellungen nach beispielsweise als zusammenhängende Passage, teilweise mit Glaskörpern verbunden. Damit erhofften sie sich quasi eine Anstoß für umliegende Gebäude.

Der Bahnhofsvorplatz soll nach Vorstellung des OB einen ähnlich kommunikativen Charakter erhalten wie der Balinger Marktplatz. Dies bedinge natürlich eine deutlich sichtbare bauliche Veränderung, die sich auf Fußgänger, Radfahrer, auf den rollende n und den ruhenden Verkehr auswirke.

Solche Ideen, betont Reitemann, seien als erste Schritte für konkrete Planungen und für konkrete politische Schritte notwendig – auch wenn letztere immer wieder durch unklare rechtliche Konstellationen, durch schwierige Eigentumsfragen verzögert würden. Dies treffe beispielsweise derzeit auch auf Bahn zu, die sich mit ihren Verkaufsplänen zum Balinger Bahnhof doch noch sehr zurückhaltend äußere.

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