Aus fürs Forsthaus
Binsdorfer „Bauprojekta“ errichtet zwei Wohngebäude
Balingen/Binsdorf, 04.08.2010 von Klaus Irion
Von außen versprüht das Forsthaus in der Hermann-Rommel-Straße 19 nach wie vor seinen Charme. „Bei genauerer Betrachtung aber erscheint das Gebäude doch als überaus marode“, sagt Michael Wagner, Leiter des Balinger Stadtplanungsamts. Sichtbares Zeichen seien die Risse, die noch vom schweren Erdbeben des Jahres 1978 herrührten.
Bis vor einem Jahr war im Haus noch die Balinger Abteilung der Landkreis-Forstverwaltung untergebracht. Dann aber zogen deren Mitarbeiter ins Landratsamt in der Hirschbergstraße um. Das Land Baden-Württemberg bot daraufhin das in ihrem Eigentum befindliche Forsthaus zum Kauf an. Neue Eigentümerin ist das Unternehmen „Bauprojekta“ aus Binsdorf, geleitet von Bernd und Wolfgang Eberhart.
Bernd Eberhart bestätigte gestern gegenüber dem ZOLLERN-ALB-KURIER, dass auf dem Grundstück zwei dreigeschossige Wohngebäude mit jeweils acht Wohnungen und einer gemeinsamen Tiefgarage geplant sind. Eine entsprechende Bauvoranfrage liegt der Stadt vor. Sie war vom Bauherrn etwas modifiziert worden, nachdem direkte Anwohner, unter anderem die Tiefgaragenzufahrt direkt auf der Grundstücksgrenze moniert hatten. „Der Bauherr hat sich kompromissbereit gezeigt, die Zufahrt in der überarbeiteten Version nach hinten versetzt“, sagt Stadtplaner Wagner. Auch habe er auf eine neunte Wohnung pro Gebäude verzichtet. Und mehr noch: Die Bauprojekta werde auf freiwilliger Basis die obere Hermann-Berg-Straße etwas verbreitern. Schließlich werde über die Hermann-Rommel-Straße in die obere Hermann-Berg-Straße künftig nicht nur der Anwohnerverkehr der neuen Gebäude fließen, sondern auch der Verkehr der Eltern, die ihre Kinder aus dem gegenüberliegenden ehemaligen Sichelschul-Lehrerhaus abholen. Das wird derzeit an- und umgebaut, so dass der städtische Hermann-Berg-Kindergarten in den kommenden Monaten umziehen kann. Eine verkehrliche Erschließung der 16 Wohneinheiten über die Behrstraße war von Beginn an wohl nicht vorgesehen.
„Aus städtebaulicher Sicht bin ich mit der gefundenen Lösung zufrieden“, sagt Wagner. Die Architektur sei „ansprechend“ und dem Anliegen der Stadt, Wohnraum von der grünen Wiese zurück in die Innenstadt zu bekommen, werde damit auch nachgekommen. Auch baurechtlich sei alles in Ordnung. „Die Kubatur der Gebäude entspricht denen bereits bestehender dreigeschossiger Gebäude in diesem Gebiet.“
Das alles stellt ein Anwohner auch nicht in Abrede. Gleichwohl will er sich mit dem Bauprojekt so noch nicht abfinden, wie er den ZAK wissen ließ. Er fürchtet „die zusätzliche Verkehrsbelastung“ in einem Gebiet, in dem zu Hochzeiten ohnehin schon ständig Ausweichmanöver bewerkstelligt werden müssten.
