Mit dem Kopf gegen Autoscheibe

Am vergangenen Wochenende ereigneten sich zahlreiche Unfälle

Zollernalbkreis, 03.08.2010 von Polizei

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Im Zollernalbkreis ereigneten sich über am Wochenende insgesamt 19 Verkehrsunfälle, bei denen sechs Unfallbeteiligte leicht und drei schwer verletzt wurden.

Auffällig war, dass über das vergangene Wochenende insgesamt sieben Zweiradfahrer an Unfällen beteiligt waren, drei davon waren Radfahrer. Erhebliche Folgen für einen 32-jährigen Radfahrer hatte ein Verkehrsunfall auf dem Verbindungsweg zwischen Balingen und Balingen-Ostdorf. Am Sonntag, kurz vor 10 Uhr, kam ihm im Bereich der Gaststätte Mühlengeist, auf dem dortigen Grüneplanweg ein 47-jähriger Autofahrer entgegen, der nicht vorschriftsmäßig rechts fuhr. Der Radfahrer konnte nicht mehr ausweichen, so dass er gegen den Wagen prallte, über die Motorhaube geschleudert wurde und mit dem Kopf gegen die Windschutzscheibe flog. Da er keinen Fahrradhelm trug, erlitt er schwere Kopfverletzungen und musste mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Gegen 9.15 Uhr fuhr ein 42-Jähriger mit seinem Geländewagen auf der Landesstraße 415 von Geislingen Richtung Rosenfeld. Beim Abbiegen nach rechts in Richtung Geislingen-Binsdorf kam er aufgrund seiner starken alkoholischen Beeinflussung zu weit nach links, überfuhr die Verkehrsinsel und kam von der Fahrbahn ab. Erst in einem Erdwall blieb er mit seinem Fahrzeug stecken. Der Mann hatte Glück im Unglück und wurde hierbei nur leicht verletzt. Bei der anschließenden Personen- und Fahrzeugüberprüfung wurde festgestellt, dass der 42-Jährige weit über zwei Promille Alkohol im Blut hatte. Der Führerschein wurde an Ort und Stelle beschlagnahmt.

Als hätte ein Helm geholfen

Helme sind darauf ausgelegt, dass sie einen 5kg schweren Kopf bei einer Geschwindigkeit von 25km/h relativ sicher schützen. Muss der Helm nicht nur die 5 kg des Prüfkörpers, sondern die 75 kg eines Fahrers abbremsen, so bremst er von einer Geschwindigkeit von 25 km/h auf eine Geschwindigkeit von 24 km/h ab. Dann ist der Helm völlig zerknautscht und es gibt einen ungebremsten Aufschlag mit 24 km/h. Die Schutzwirkung bei ernsthaften Unfällen ist also minimal.

Hingegen gibt es eine Reihe von Studien, die zeigen, dass Radfahrer sich stärkeren Risiken aussetzen, wenn sie einen Helm tragen, weil sie sich geschützt fühlen. Auch Autofahrer schätzen Helmträger als ungefährdet ein und überholen im Mittel dichter. Es ist somit zweifelhaft, ob Fahrradhelme mehr Sicherheit bringen oder doch eher weniger Sicherheit.
Susi am 03.08.2010 13:29:41
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