Fanta Vier: Heimeliges Heimspiel

Stuttgart, 27.07.2010 von Romina Salvaggio

Ein kurzer Blick ins Festivalrund reichte - ja, es war nur ein Bruchteil der Fans bei der Neuauflage des Heimspiels der Fantastischen Vier dabei. Von 15000 Besuchern spricht der Veranstalter, bei der Premiere im vergangenen Jahr waren es satte 60000. Damals feierten Thomas D., Smudo, Michi Beck und Andy Y. mit einem großem Symphonieorchester ihr 20-jährigen Bühnenjubiläum.

Der runde Geburtstag des musikalischen Quartetts war in jeglicher Hinsicht etwas Besonderes, beim zweiten Teil sollte nun alltäglichere Festival-Luft über den Platz wehen. Angesagte Pop-Künstler anstatt Streicher und einen ganzen Tag über flotte Musik für die Open-Air-Jünger. Diese nahmen das Angebot allerdings, wie bereits erwähnt, nicht wie gehofft an.

Dabei konnte sich das Aufgebot der Künstler am Samstag wahrlich sehen lassen: Johannes Oerding, Die kleine Tierschau, Phrasenmäher, Philipp Poisel, Matt Bianco und Camouflage beackerten bereits am hellichten Mittag das musikalische Feld. So richtig Stimmung wollte aber nicht aufkommen, was sicherlich auch an dem einen oder anderen Regentropfen liegen mochte.

Mit Milow stand am frühen Abend dann der erste internationale Star auf der Bühne, vor der sich mittlerweile auch mehr Besucher versammelt hatten. Dichtes Gedränge war allerdings Fehlanzeige. Bei "Ayo Technology" und "You dont know" zeigte der sympathische Belgier, wie gute Stimmung aussieht. Wieder etwas seichter ging es danach bei "Ich + Ich" zu, als Sänger Adel Tawil einen radiotauglichen Popsong nach dem anderen servierte.

All das war aber nur Vorgeplänkel für den Hauptact des Abends: Die Fantastischen Vier. Das HipHop-Quartett aus Stuttgart ließ keinen Zweifel aufkommen, um wessen Heimspiel es sich hier handelte und brachte endlich richtig Bewegung ins Publikum. Der Mix aus Klassikern und aktuellem Material wusste zu gefallen, vor der Bühne wurde wild getanzt und die Hände gingen ein ums andere Mal nach oben.

Die unerwartet niedrigen Zuschauerzahlen ließen die Musiker aber auch nicht ganz kalt. "Wir feiern heute im kleinen Kreis, nur Freunde", rief Thomas D. der verzückten Menge zu. "Yeah Yeah Yeah" und "MFG" schallte es sodann von der Bühne und auch auf den Tribünen gab es nun kein Halten mehr. Allzu schweißtreibend wollten es die vier Stuttgarter Musiker aber auch nicht werden lassen und gönnten den Besucher auch mal einen chilligen "Tag am Meer". So wurde lauschiger aber keinesfalls weniger stimmungsvoll in den Abendhimmel hinein gefeiert. Und mit "Troy" und "Populär" verabschiedete sich das Quartett schließlich fulminant von seinen treuen Fans.

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