„Ich bin in diese Rolle reingewachsen“

Die 34-jährige Melanie Ott aus Geislingen ist die neue Rektorin der Grundschule Binsdorf-Erlaheim

Geislingen, 24.07.2010 von Rosalinde Conzelmann

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Seit 14. Juli ist Melanie Ott offiziell die neuer Leiterin der Grundschule Binsdorf-Erlaheim. Ihren Schülern, die ständig nachfragen, will die 34-Jährige diese Nachricht bei der Zeugnisübergabe mitteilen.

Schon seit Wochen beherrscht ein Thema die kleine Dorfschule: Wer wird die Nachfolge von Rektor Dieter Mock antreten? Natürlich haben sich auch die Schüler dazu ihre Gedanken gemacht. Sie waren sich einig. Mach’s doch du“, hatten die Drittklässlerin ihrer Klassenlehrerin Melanie Ott erst kürzlich wieder gesagt, als es in einem Gespräch um diese Frage ging.

Noch wissen es die Schüler nicht, aber es wird sie bestimmt freuen, wenn sie erfahren, dass Melanie Ott jetzt die Chefin ihrer Schule ist. Eine Rolle, die der Pädagogin nicht fremd ist. „Ich bin da reingewachsen“, erzählt die 34-Jährige, die seit 2002 an der Grundschule Binsdorf-Erlaheim unterrichtet.

Reingewachsen deshalb, weil sie seit vier Jahren als stellvertretende Schulleiterin und rechte Hand von Rektor Dieter Mock bereits mit den Führungsaufgaben betraut ist und vieles, was sie künftig offiziell machen wird, bereits im Team mit Dieter Mock und ihren Kollegen erledigt hat.

Melanie Ott ist mit ihrer Geburtsstadt Geislingen eng verbunden. Sie besuchte das Balinger Gymnasium und entschied sich danach für den Lehrerberuf. Nach ihrem Studienabschluss im Jahr 1999 machte sie zwei Jahre später ihr zweites Staatsexamen. Ihr Referendariat absolvierte sie an der Grund- und Hauptschule in Grosselfingen.

Ein Jahr nach der Gründung der eigenständigen Grundschule Binsdorf-Erlaheim trat sie dort 2001 ihre erste Lehrerstelle an. Melanie Ott lebt mit ihrem Ehemann Holger in Geislingen. Das Paar hat 2005 geheiratet – „ihre“ Kinder standen bei der kirchlichen Trauung mit Rosen Spalier. „Das war ein wunderschönes Erlebnis“, erinnert sie sich gerne daran zurück.

Die Geislingerin, die die Studienfächer Sport, Religion und Anfangsunterricht für die Grund- und Hauptschule wählte, treibt in ihrer Freizeit seit Jahren Sport und hat diesen Gedanken auch in den Schulalltag integriert. Seit sie an der Schule ist, gibt es Bewegungs- Ernährungs-, Sport- und Waldspieltage. Auch gemeinsames Kochen und Backen stehen auf dem Stundenplan. „Ich will nicht immer das Gleiche machen“, sagt die 34-Jährige, die auf einen „lebendigen Unterricht“ Wert legt, aber auch klare Regeln für ihre Zöglinge aufstellt. „Kinder suchen ihre Grenzen“, betont sie.

Melanie Ott hat sich sehr darüber gefreut, „dass mir auch meine Kollegen das Amt zutrauen“. Das fünfköpfige Team pflegt ein gutes Miteinander. Auch zu den Eltern der Grundschüler hat Melanie Ott engen Kontakt. „Der Teamgeist zählt“, sagt die neue Schulleiterin, die Spaß hat am Organisieren und Planen: „Ich brauche Strukturen und ein Raster“.

Melanie Ott fühlt sich an der kleinen Schule wohl. „Die Grundschule ist meine Berufung“, betont die 34-Jährige. Auch deshalb, „weil bei der Arbeit mit Kindern so viel zurückkommt.“ Sie nennt nur ein Beispiel: „Letzte Woche bei den brütenden Temperaturen habe ich den Sport ausfallen lassen und den Schülern hitzefrei gegeben. Ihre Freude war unbeschreiblich.“

Melanie Ott engagiert sich auch in ihrer Heimatstadt. Letzten Sommer wurde sie auf Anhieb mit einer beachtlichen Stimmenzahl für die Aktiven Bürger in den Gemeinderat gewählt und seit 1994 organisiert sie die Ferienspiele an vorderster Front mit.

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