Gleich zwei Erlebniswelten

Schörzinger und Schömberger „Leader“-Gruppen präsentieren ihre Visionen

Schömberg/Schörzingen, 23.07.2010 von Klaus Irion

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Eine Erlebniswelt auf dem Schörzinger Oberhohenberg, eine rund um den Schömberger Stausee. Diese Visionen präsentierten die Mitglieder der „Leader“-Arbeitsgruppen den Stadträten am Mittwoch.

„Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.“ Dieses Zitat von Hermann Hesse könnte symbolisch für das stehen, was die beiden Leader-Arbeitsgruppen aus Schömberg beziehungsweise Schörzingen in den vergangenen Monaten erarbeitet haben. Schon vor der eigentlichen Präsentation im Gemeinderat am Mittwochabend ernteten die Leader-Aktivisten ein großes Lob von Bürgermeister Karl-Josef Sprenger. „Die Arbeitsgruppen haben wirklich schon jetzt großartige Leistungen vollbracht.“

Unter dem Motto „Erlebnistreff Burg Oberhohenberg“ soll das Gelände rund um die höchste Erhebung des Zollernalbkreises in neuem Glanz erstrahlen. Eine erste Kostenschätzung, die den Stadträten vorgelegt wurde, geht von rund 200 000 Euro Investitionskosten aus. Gesetzt den Fall die Verantwortlichen in Brüssel würden das Projekt als förderwürdig einstufen, würden aus dem „Leader“-Topf 55 Prozent der Nettoinvestitionskosten übernommen. Was aber bekäme die Allgemeinheit für die sechstellige Gesamtsumme. Es sind eigentlich zwei Anliegen, die die Arbeitsgruppe um Ilse Siegmund gern umsetzen würde. Da ist zum einen die Albvereins-Schutzhütte mit dem angrenzenden Grillplatz. Die Hütte könnte um einen überdachten Vorbau erweitert werden, der Wanderern das Übernachten ohne Zelt ermöglichen würde. Auch eine zusätzliche Bestuhlung und eine zweite Grillstelle um die Hütte herum wurde ins Spiel gebracht. Apropos Spiel: Neue Spielgeräte bis hin zu einer Maxi-Murmelbahn wie sie in Villingen-Schwenningen auf der Landesgartenschau zu finden ist oder ein großes Baumhaus, das auch als Aussichtsplattform genutzt werden könnte, würden nach den Vorstellungen der Arbeitsgruppe „den Oberhohenberg wieder zu einem Anziehungspunkt für Groß und Klein machen, der er derzeit nicht mehr ist“.

Der zweite Teil des Projekts läge darin, Teile der ehemaligen Burganlage auf dem Oberhohenberg-Gipfel – dem Stammsitz eines Zweigs des Habsburger-Geschlechts – wieder freizulegen. Von einem „1000-jährigen Kleinod, das dort oben beerdigt ist“ wurde gesprochen.

Einstimmig hat der Gemeinderat beschlossen, dass Landschaftsarchitektin Ilse Siegmund, die Ideen insoweit konkretisieren soll, dass sie in der kommenden Zeit auch als Förderantrag an die hiesige Leader-Geschäftsstelle Südwest-Alb eingereicht werden könnten.

Nicht weniger ansprechend als die Pläne der Schörzinger sind diejenigen der Leader-Arbeitsgruppe „für ein noch attraktivere Stadt Schömberg“. Die Gruppe um Manfred Wachter hat sich dabei vor allem den Stausee und dessen Umgebung zur Brust genommen. „Allerdings haben wird auch immer wieder versucht, unsere Ideen bis ins Stadtzentrum hinein zu tragen“, so Wachter. Sei es durch eine Aussichtsplattform an der alten Stadtmauer mit Blick auf den Stausee oder durch ein auch auf das Wochenende ausgedehntes innerstädtisches Touristen-Informations-Konzept.

Doch zurück zum Stausee und „zu unseren Visionen“ (Wachter). Das Stausee-Gelände der Zukunft könnte einen Baumkronenpfad in luftiger Höhe, eine Open-Air-Bühne mit Konzertmuschel, einen Steg in den See hinein und Wasserspiele im See aufweisen. Der Schienenstrang auf Schömberger Gemarkung könnte mit Personenbeförderungs-Draisinen befahren, ein Naturlehrpfad und Wanderwege inmitten von Blumenwiesen – Stichwort „Mössinger Mischung“ – erkundet werden. Nicht zu vergessen ein Wassertretbecken und ein Barfuß-Parcours, wie er auch beim Schörzinger Projekt auf dem Oberhohenberg zu finden ist.

Ideen also gibt es mehr als genug. Allerdings muss deren Konkretisierung noch etwas warten. „Denn so lange wir in der Stadtzentrums-Förderung drin sind, sind Leader-Mittel in diesem Bereich ausgeschlossen“, sagt Sprenger. Überhaupt die Kosten. Noch hat die „Wachter-Gruppe“ keine Zahlen genannt. Dies in den kommenden Wochen und Monaten nun zu tun, das wurde ihnen als Beschluss des Gemeinderats mit auf den Weg gegeben.

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