Schloss bald wieder in alter Würde
Brandsanierung wird nächste Woche abgeschlossen – Gemeinderat genehmigt gestern Brandmeldeanlage
Geislingen, 22.07.2010 von Rosalinde Conzelmann
Am Montag hat die Stadt die Vereinsvertreter zusammengetrommelt, die im Schloss ihre Domizile haben. Die Verwaltungsspitze gab bekannt, dass die Sanierungsarbeiten am 28. Juli abgeschlossen werden sollen. An diesem Tag findet die Abnahme mit der Sanierungsfirma „Vatro“ statt. „Einen Tag später können die Vereine wieder in ihre Räume“, sagt Stadtkämmerin Sandra Kiesel, die auf dem Rathaus für die Abwicklung des Brandschadens zuständig ist.
Der Brand im Südflügel des Schlosses ist jetzt fast auf den Tag genau drei Monate her und nach wie vor ungeklärt. Dank des raschen Eingreifens der Feuerwehr konnte Schlimmeres verhindert werden, doch die Flure, das Treppenhaus und einige der Vereinsräume waren extrem stark verrußt und unansehnlich. Außerdem durchdrang ein beißender Brandgeruch das historische Gebäude und das geschnitzte, hölzerne Treppengeländer musste zum Teil ausgewechselt werden.
Die Stadt hatte für die Sanierung die Firma „Vatro“ beauftragt, die bereits bei der Brandstiftung im Nordflügel des Schlosses vor zwei Jahren (wir berichteten) gute Arbeit geleistet hat. „Die Beauftragung und jeder weitere Schritt wurde mit der Versicherung abgeklärt. Auch das Landesdenkmalamt war informiert“, sagt Kiesel.
Im Laufe der Renovierungsarbeiten gab es dann immer wieder kleinere Verzögerungen. Als größeres Problem erwies sich die Rußschicht auf den Wänden im Erd- und im ersten Obergeschoss. „Die Rußschicht war so aggressiv, dass ein Überstreichen mit einer Wandfarbe nicht möglich war“, so Kiesel. Zwischenzeitlich wurde das Problem dadurch gelöst, dass die Malerkolonne, ein Subunternehmen von „Vatro“, alle betroffenen Wände abgeschliffen hat. „Das ist eine Riesenfläche und hat natürlich viel Zeit in Anspruch genommen“, so Kiesel.
Der Stand der Renovierungsarbeiten und ihr nahendes Ende kamen auch in der gestrigen Gemeinderatssitzung zur Sprache. Bürgermeister Oliver Schmid gab seinen Ratskollegen einen kurzen Sachstandbericht, um danach auf ein weiteres, wichtiges Thema, das ebenfalls das Schloss betrifft, überzuleiten: Die Installation einer Brandmeldeanlage für den gesamten Gebäudekomplex.
Drei Angebote lagen dem Gemeinderat als Ergebnis einer beschränkten Ausschreibung vor. Es ist vorgesehen ein schonendes Melder-System ohne Kabelverbindungen zu installieren. Jeweils in den Treppenhäusern und den Fluren auf allen Etagen werden Funkstationen installiert, die Kontakt zu den rund 50 Brandmeldern halten, die in allen Räumen in beiden Flügeln und in der Schlosskapelle verteilt sind. Erfolgt ein Signal, wird dieses telefonisch an ein Security-Unternehmen weitergeleitet. Eine direkte Funkschaltung zur örtlichen Feuerwehr ist vorerst aus Kostengründen nicht vorgesehen. Die beiden unaufgeklärten Brandstiftungen im Schloss sind der Stadt und dem Gemeinderat Grund genug, diese Investition in Höhe von rund 40 000 Euro zu tätigen.
