Jazz grenzenlos
Stuttgart, 08.07.2010
Mit dem Gastspiel von Randy Crawford am 21. Juli und der German Jazz Trophy mit dem Jacques Loussier Trio zum Abschluss des Festivals am 25. Juli sind schon die beiden ersten Veranstaltungen ausverkauft.
Aber für Fans von Jazzern und anderen musikalischen Grenzgängern gibt es noch genügend Auswahl, schließlich sind für die zehn Tage des Festivals mehr als 50 Autritte auf fünf Bühnen geplant, darunter fünf eigens für die Jazz Open konzipierte Projekte, zwei Deutschland- und sechs Stuttgart-Premieren.
Als neuer Spielort wird die bis zu 7000 Zuschauer fassende Porsche-Arena für die Großkonzerte in das Festival integriert. Zum Auftakt des Festivals am Freitag, 16. Juli, gastiert dort mit Earth, Wind & Fire eine der erfolgreichsten R & B-Bands aller Zeiten mit ihrem bis dato einzigen Deutschlandauftritt in diesem Jahr. Hits wie "September" oder "Let's Groove" sind Evergreens der Funk-, Disco- und Soulmusik.
Am Abend darauf, dem 17. Juli, wird auf der Open-Air-Bühne des Mercedes-Benz-Museums die eigens für das Festival zusammengestellte Jazz Open Guitar Night stattfinden. Nachdem George Benson abgesagt hat, werden dort der britische Blues-Gitarrist Alvin Lee, bekannt geworden als Frontmann der Formation Ten Years After, und der ehemalige Focus-Gitarrist Jan Akkerman zu hören sein. Akkermann war 1973 übrigens von der britischen Zeitschrift Melody Maker zum weltbesten Gitarristen gewählt worden.
Am Sonntag, 18. Juli, kommt es zu einem weiteren exklusiven Projekt der Jazz Open: Jessye Norman, Katie Melua, Till Brönner und Curtis Stigers gastieren mit den Stuttgarter Philharmonikern unter der Leitung von Mike Batt in der Porsche-Arena. Das zweieinhalbstündige Programm mit dem Titel Starry Starry Night ist von Mike Batt als Brückenschlag über die Genregrenzen hinweg angelegt.
Auf der Hauptspielstätte der Jazz Open, der Open-Air-Bühne am Mercedes-Benz Museum, wird am 20. Juli einem Großen der deutschen Jazz-Szene gehuldigt werden. Bei Dauner's Salon, die Hommage zu Ehren von Wolfgang Dauner, wird der Pianist mit Jean-Luc Ponty, Alphonse Mouzon, den Old Friends alias Klaus Doldinger, Manfred Schoof und Wolfgang Schmid, Wolfgang Haffner, Obi Jenne und seinem Sohn, dem Fanta 4-Schlagzeuger Florian Dauner jammen.
Am 23. Juli steht auf dieser Bühne ein weiterer Leckerbissen für Grenzgänger auf dem Programm. Unter dem Titel Classic meets Jazz & Electronics wird an diesem Abend das Stuttgarter Kammerorchester zunächst auf den Bandoneon-Virtuosen Richard Galliano treffen, dann auf den aus Ravensburg stammenden, international renommierten Producer Henrik Schwarz.
Am Montag, 19. Juli, kommt mit Céu eine Künstlerin erstmals nach Stuttgart, der Caetano Veloso, der Nestor der brasilianischen Popmusik, ohne Umschweife bescheinigt hat: "Sie ist die Zukunft der brasilianischen Musik." Im Anschluss tritt dann das zwölfköpfige Ensemble Pink Martini auf, das sich der Weltmusik und dem Easy-Listening widmet.
Wegen Krankheit abgesagt werden musste dagegen das Konzert des Weltmusikstars Gurrumul am Donnerstag, 22. Juli. An seiner Stelle wird mit dem Saxofonisten Bill Evans ein ganz Großer des zeitgenössischen Jazz auftreten, an seiner Seite musiziert mit Robben Ford ein Ausnahme-Gitarrist, der in den 1980er-Jahren ebenso wie Evans der Band von Miles Davis angehörte.
Das wahre Herz der Jazz Open wird aber vermutlich auch dieses Jahr wieder im Jazzclub Bix schlagen. Auf der kleinen Club-Bühne auftreten werden unter anderem der "Echo-Jazz"-Gewinner Curtis Stigers (17. Juli), der "neue Stern am Himmel des weiblichen Vocal-Jazz", Gretchen Parlato (16. Juli) oder der australische Shooting-Star Sarah Blasko (23. Juli).
Am Samstag, 17. Juli, werden die Jazz Open zudem im Circus Calibastra zu Gast sein.
Anlässlich des 25. Geburtstags des Circus' wird dort mit dem Ensemble Bolero Berlin die jüngste Formation im Kammermusik-System der Berliner Philharmoniker gastieren.
Des weiteren werden die Gewinner des Nachwuchswettbewerbs "Jazz Open Playground BW" jeweils ab 18.30 Uhr auf die Konzerte auf der Open Air Bühne am Mercedes-Benz Museum und in der Porsche-Arena einstimmen.
Das vollständige Programm gibt es im Internet unter www.jazz-open.com.
