Grenzen schon fast erreicht
Ladies Open: 13. Auflage des Damentennis-Turniers vom 1. bis 8. August
Hechingen, 15.07.2010 von Marcel Schlegel
So richtig im Zeitplan sei man bei den Planungen eines solch großen Turniers nie, grinst Turnierdirektor Gerhard Frommer: „Aber wir bekommen das schon alles hin“, versichert der Sportwart des TC Hechingen. Und überhaupt könne die Organisatoren so schnell nichts aus der Bahn werfen. Frommer: „Wir gehen ganz gelassen an die Sache heran. Ich habe bei den Ladies Open schon alles erlebt, bis hin zu Hochwasser.“ Immer konnte das Problem umgehend gelöst werden. „Wir sind schließlich eine eingespielte Mannschaft“, begründet der Organisator: „Jeder weiß, was er zu machen hat – und das schätzen die Spielerinnen.“
Auch in den vergangenen Tagen war Frommer und sein Helferteam einmal mehr vor eine neue Herausforderung gestellt: „Die Hitze trocknet unsere Sandplätze aus. Da müssen wir jetzt konsequent ran.“ Abend für Abend wird die rote Asche im Hechinger Weiher nun durchhaltend bewässert. Das Beste ist dem TCH-Sportwart und seiner Truppe gerade gut genug. Einer fehlt in der Mannschaft der Zollerstädter indes: Dieter Weidle. Der Mann, welcher die Ladies Open seit ihrer Premiere begleitete, verstarb im Alter von 87 Jahren. Frommer erinnert: „Er war unser Kassier seit der ersten Stunde.“ Ansonsten kann der Organisator aber auf routinierte Kräfte bauen: Thomas Bürkle, der Geschäftsführer des Bundesligisten TEC Waldau, wird ihm auch in diesem Jahr in der Turnierdirektion zur Seite stehen. Auch Sabine Schulz, die Sören Friemel als Oberschiedsrichter ablöst, ist unterm Zoller keine Unbekannte. „Sie war schon ein paar Mal bei uns“, verrät Frommer, der im Stabe der Unparteiischen dennoch ein Novum ausgemacht hat: „Sieben der acht Schiedsrichter sind Frauen, das gab es noch nie.“
In Sachen Turnierablauf bauen die Verantwortlichen auf bewährte Strukturen. „Auch der Nachwuchs wird wieder direkt und indirekt in die Veranstaltung mit einbezogen“, verweist Frommer auf die 27. Auflage des LBS-Cup. Vom 28. bis 31. Juli werden beim TC Hechingen erneut Juniorinnen der Altersklassen U 10 bis U 16 sowie U 21 aufschlagen. „In der U 21 erhält die Siegerin eine Wildcard für das Hauptfeld der Ladies Open, die Zweitplatzierte muss sich mit der Qualifikations-Wildcard trösten“, nennt der Direktor den Reiz des Nachwuchsturniers, das erneut hochkarätig besetzt sei: „Die ersten vier Spielerinnen der Setzliste rangieren alle unter den Top-800 der Weltrangliste.“ Erneut mit von der Partie ist auch die Vorjahressiegerin Anja Zaja vom TC Großhessenlohe, derzeit die 625. der Welt.
Wie die Konkurrenz beim eigentlichen Turnier aussehe, darüber kann auch der Organisator derzeit nur spekulieren: „Die Teilnehmerinnen werden erst Anfang nächster Woche feststehen.“ Doch eines sei gewiss: „Das Feld wird wieder hochkarätig sein“, versichert der Turnierdirektor: „Die Resonanz ist seit Jahren ungebrochen.“ Während andere Turniere Probleme hätten, ihre 32er-Qualifikation voll zu bekommen, müssten die Hechinger, trotz 48 freier Quali-Plätze, Jahr für Jahr „zehn bis 20 Spielerinnen wieder Heim schicken“, so der Hechinger Funktionär. Überhaupt seien die Ladies Open so ganz allmählich an ihren Kapazitätsgrenzen angelangt, gesteht Frommer. 6000 Zuschauer besuchten das mit 25 000 US-Dollar dotierte Turnier im Vorjahr. Daher haben die Verantwortlichen die Tribüne auf dem Center Court um 100 Plätze auf nunmehr 750 Sitzplätze erweitert – ein Tropfen auf den heißen Stein. Frommer: „Im Vorjahr haben 1200 Zuschauer allein das Finale verfolgt, wir mussten Bänke aufstellen.“
Doch das ist noch Zukunftsmusik, darüber macht sich der Turnierdirektor derzeit keinen Kopf. Schließlich hat bisher doch immer alles geklappt. Frommer bleibt jedenfalls gelassen . . .
Wertvolle Weltranglisten-Punkte und ein Poker-Turnier
„Die Ladies Open sind auch für die kommenden zwei Jahren finanziell abgesichert“, freut sich TCH-Sportwart Gerhard Frommer, der die auslaufenden Verträge mit den Hauptsponsoren des Turniers erst kürzlich verlängern konnte: „Die Verlängerung der Verträge war wichtig, weil wir nur so das Preisgeld aufrechterhalten können.“
Nur noch zwei Turniere mit einem Preisgeld von 25 000 US-Dollar gibt es in Deutschland. Die Ladies Open, die Frommer 1998 ins Leben rief und seither federführend organisiert, bleiben dabei weiterhin das größte Damen-Freiplatz-Turnier in ganz Deutschland. Die Gewinnerin erhält neben dem Preisgeld 25 Weltranglisten-Punkte.
Am Rahmenprogramm möchten die Hechinger Verantwortlichen auch bei der 13. Auflage der Ladies Open nicht allzu viel verändern. Die Player’s Night, der Ladies Day mit Hutprämierung sollen wie gewohnt dazu beitragen, dass sich die Zuschauer im Hechinger Weiher wohlfühlen. Neu im Programm ist derweil ein Poker-Turnier.
