Ein Monat der Extreme

Der vergangene Juni war kühl und verregnet, aber auch heiß und sonnig

Balingen-Heselwangen, 06.07.2010 von Karl-Heinz Jetter

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Mit dem kalendarischen Sommeranfang am 21. Juni begann der diesjährige Sommer. Zuvor war der Juni 2010 zu kalt, zu nass und sonnenscheinarm.

Im letzten Monatsdrittel drehte sich das Wetter, so dass in der Gesamtbilanz der Monat sogar etwas zu warm ausfiel, beim Niederschlag und Sonnenschein blieb der Monat etwas über und etwas unter den Durchschnittswerten.

Im Mittel der vorausgegangenen 30 Jahre war der Juni an der Station 15,7 Grad warm, es regnete durchschnittlich 97,8 Liter/Quadratmeter, und die Sonne schien (seit 1990 gerechnet) durchschnittlich 224,7 Stunden. Der Juni brachte es auf eine Durchschnittstemperatur von 16,3 Grad, 103,7 Litern Niederschlag und 215,4 Stunden Sonnenschein.

Aus Sicht der Statistik betrachtet also ein fast durchschnittlicher Monat. Über den Monat hinweg schwankten die Wetterelemente aber erheblich. Begonnen hat der Juni mit kühlem und verregnetem Wetter. So betrug die Tageshöchsttemperatur am 3. Juni gerade mal 11,9 Grad Celsius.

Zwei Tage später gab's dann Sommer pur. Am Samstag, 5. Juni, schon 26,9 Grad, und bis zum 11. Juni sollte dann jeder Tag zu einem Sommertag werden. Am Donnerstag, 10. Juni wurde zum ersten Mal in diesem Jahr der Wert eines „heißen Tages“ mit 30,1 Grad Celsius erreicht. Kaum war die erste Hitze da, so stellten sich auch die ersten Wärmegewitter ein.

Steil ging's mit der Temperatur im zweiten Monatsdrittel bergab. Im Tagesmittel kam die Temperatur in dieser Zeit nicht mehr über 15 Grad hinaus. Die Sonne zeigte sich in der zweiten Dekade in der Summe nur an 25 Stunden, dafür regnete es in der Summe 63 Liter pro Quadratmeter in diesem Zeitraum und davon wiederum alleine 38,5 l/m² am Freitag, 18. Juni. Es war die Zeit der „Schafskälte“ – einem Witterungsregelfall zwischen dem 10. und 20. Juni gleich dem der Eisheiligen. Der Kälterückfall entsteht durch die Umstellung des vorherrschenden Windes auf westliche Richtung aufgrund der Erwärmung des Festlandes. Dadurch kommt es zu kühlen Winden vom noch relativ kalten Meer her. Der Name kommt als solcher daher, dass in dieser Zeit die Schafe geschoren werden, die sich dann leicht erkälten und eingehen können. Die tiefsten Temperaturen wurden dann aber erst am 22. Juni mit nur noch 4,8 Grad in der Luft und 2,0 Grad am Boden gemessen.

Kühl und unwirtlich war es auch noch an der Sommersonnwende. Am 21. Juni wurde gerade mal 15,6 Grad als Tageshöchstwert erreicht. Lufthochdruck bestimmte zunehmend unser Wetter – es blieb trocken und die Temperaturen stiegen auf sommerliche Werte. Ab dem 25. Juni war dann jeder folgende Tag ein Sommertag – auch der „Siebenschläfertag“ (27. Juni) und der Juni holte sein bis dahin bestehendes Temperaturdefizit auf und schnitt letztendlich mit einem Plus ab.

 

Weitere Zahlen für die Statistik

Die Monatsdurchschnittstemperatur betrug plus 16,3 Grad. Vergangenes Jahr waren es 15,7 Grad, und im Durchschnitt seit 1979 bis 2009 ebenfalls plus 15,7 Grad.

 

Sommertage (25 und mehr Grad) gab es zwölf, acht sind es durchschnittlich – und ein „Heißer Tag“ mit über 30 Grad wurde registriert.

 

Regentage mit einem oder mehr als einem Liter pro Quadratmeter wurden elf gezählt. In der Summe kamen 103,7 Liter zusammen. 2009 waren es im Juni 83,9 Liter und im Durchschnitt regnete es bei 97,8 Liter/Quadratmeter.

Nebel gab es an zwei Tagen, Gewitter wurden an drei Tagen gezählt – der Wind frischte an drei Tagen bis auf Windstärke 6 (39 und mehr km/h) auf. Die Sonne schien 215,4 Stunden – im Juni 2009 waren es 233,8 Stunden und seit 1990 sind es durchschnittlich 224,7 Sonnenscheinstunden.

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