Woodstock lässt grüßen

Neuhausen ob Eck, 24.06.2010 von Roland Beck

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Sie tragen Gummistiefel und stehen knöcheltief im Schlamm. Es ist kalt. Und dennoch haben die 50 000 Spaß, tanzen und feiern drei Tage lang. Das Southside 2010 in Neuhausen ob Eck erinnert an das Woodstock des Jahres 1969. Immer wieder einsetzender Regen weicht das Gelände des alten Militärflugplatzes auf. Die Temperaturen erreichen nachts Tiefstwerte von gerade noch sechs Grad. Dreck verschmiert feuern die Fans ihre Helden auf den vier Bühnen an.

Die Auswahl der mehr als 70 Bands ließ keine Wünsche offen. Beatsteaks, Faithless, Jack Johnson, The Strokes, Stone Temple Pilots, The Prodigy, Mando Diao, Billy Talent und Massive Attack waren die Zugpferde. Und Gruppen wie Deichkind, Element of Crime, Skunk Anansie, The Specials oder K's Choice komplettierten das Staraufgebot.

"Ich campe mit meiner Clique gleich neben dem Haupteingang", berichtet der 17-jährige Moritz aus Albstadt. "Wir sind 50 Leute und haben zwischen unseren Zelten große Pavillons  aufgebaut, unter denen wir grillen und Party machen können, auch wenn's regnet." Etwas nüchterner sieht es Meike, 21, aus Freiburg: "Wenn das Konzert nachts vorbei ist, bin ich froh, wenn ich gleich ins Zelt liegen kann und es einigermaßen trocken und warm habe."

Aber nicht alle hatten so viel Glück. Manche altersschwachen Zelte hielten dem nächtlichen Dauerregen nicht stand und lagen tags drauf platt wie Pfannkuchen im Matsch. "Was soll's", grinst der 26-jährige Simon aus der Nähe von Zürich, "bei irgendeinem Kamerad kommt man immer unter, oder?"

Geregnet hat es nicht die ganze Zeit. Teilweise zeigte sich sogar die Sonne. Zum Beispiel pünktlich zur Surfermusik von Jack Johnson am Freitagabend. Musikalisch top, zeigte sich der Hawaii-Boy jedoch etwas introvertiert. Außer einem anfänglichen "Hallo Deutschland, wie geht's?", schenkte er zwischen den Songs seinen Fans kaum etwas Persönliches.

Die Beatsteaks hingegen zogen in der Nacht zum Sonntag alle Publikumsregister und punkteten ein weiteres Mal in ihrer ohnehin schon sehr hoch angesiedelten Sympathie-Skala. Druck auf die Menge kam von The Prodigy. Mit ihrem Elektro-Punk puschten die Briten ihre Fans in ekstaseähnliche Zustände.

Etwas gemächlicher und vor allem wärmer hatten es die Konzertbesucher in den beiden Bühnenzelten. Sehr zum Vorteil der nicht ganz so bekannten Bands, denen die kühlen Temperaturen hier doch noch den einen oder anderen Besucher mehr einbrachte.

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