Erlaheims Klassenzimmer bald leer

Trotzdem bleibt die Schule im Dorf – Nur drei Erstklässler im September – Klasse eins und zwei in Binsdorf

Geislingen, 18.06.2010 von Rosalinde Conzelmann

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Die Stadt will alles daran setzen, dass in Erlaheim die Schule im Dorf bleibt. Auch wenn demnächst die Klassenzimmer leer stehen und die drei neuen Einser mit den Zweitklässlern in Binsdorf unterrichtet werden.

„Die geringen Schülerzahlen im neuen Schuljahr zwingen uns zum Handeln“, begründete Hauptamtsleiter Hans-Martin Schluck am Mittwoch im Gemeinderat die Entscheidung der Stadt, nach den Sommerferien die erste und zweite Klasse der Grundschule Binsdorf-Erlaheim zusammenzulegen und gemeinsam in einem Klassenzimmer in Binsdorf zu unterrichten.

Bisher werden die Grundschüler aus Erlaheim und Binsdorf auf die zwei Schulstandorte Erlaheim und Binsdorf verteilt. Im Schulhaus in Binsdorf gibt es drei Klassenzimmer, davon werden zwei von der Klasse drei und vier und einer als Projektraum genutzt. In Erlaheim ist die Schule im Rathaus untergebracht, es gibt zwei Klassenzimmer für die Einser und Zweier.

Schluck gab auch die aktuellen Zahlen bekannt: Derzeit sind es 15 Erst- und 16 Zweitklässler in Erlaheim und 14 Dritt- und 19 Viertklässler in Binsdorf. Die Stadt hätte sich durchaus vorstellen können, die Einser und Zweier in Erlaheimer Schulhaus zu unterrichten. Das würde aber bedeuten, dass nur eine Lehrkraft an einem Schulstandort unterrichtet. Eine Lösung, die die Schulbehörde aus Sicherheitsgründen jedoch nicht zulässt. Das Schulamt war auch dagegen, dass das Personal im benachbarten Kindergarten „einspringt“, sollte die eine Lehrkraft Unterstützung brauchen oder aus irgendwelchen Gründen ausfallen. Die Stadt hat sich deshalb nach gemeinsamen Gesprächen mit Schulleiter Dieter Mock, den Lehrern, den Ortschaftsräten und den Eltern für eine Zusammenlegung der Klassen eins und zwei im Binsdorfer Schulhaus entscheiden. „Es ist jedoch unser politischer Wille, dass das Schulhaus in Erlaheim ein Schulhaus bleibt“, betonte Schluck. Zumal einmal pro Woche beide Erlaheimer Klassenzimmer von allen Grundschülern für Projektarbeiten und Arbeitsgemeinschaften genutzt werden sollen.

„Wir bedauern diese Entwicklung und hätten es uns anders gewünscht“, meinte Bürgermeister Oliver Schmid, der ebenso wie Schluck beteuerte, „dass das Schulhaus in Erlaheim erhalten bleibt.“ Zumal die Kinderzahlen nach dem Einbruch wieder leicht ansteigen würden. Auch in den Kindergärten seien keine Schließungen geplant.

Erlaheims Ortsvorsteher Ewald Walter hat die Thematik bereits letzte Woche mit seinen Ortschaftsräten diskutiert. „Natürlich hält sich die Begeisterung in Grenzen“, so seine Aussage – „aber man kann mit drei Kindern keine Klasse machen.“ Eine Tatsache, die die Erlaheimer akzeptieren müssten. Auch Walter sieht die neue Lösung nur als Übergang an und verlässt sich auf das Wort der Stadt: „Für uns ist es wichtig, dass die Schule im Ort bleibt.“

Rektor Dieter Mock sieht die Zusammenlegung „als logische Konsequenz der Schülerschrumpfung, auf die wir keinen Einfluss haben“. Auch er hält es nicht für sinnvoll, „wenn die Kollegin allein in Erlaheim wäre.“ Die Konzentration auf einen Schulstandort stelle für das gesamte Lehrerkollegium „eine Erleichterung“ dar. Außerdem sieht Mock auch „pädagogische Vorteile“ für die Schüler. Deshalb könnten auch die Eltern mit diesem Kompromiss leben, den Mock als „schönes Zeichen für Integrationswillen“ lobt.

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