Wo würden denn die Bürger sparen ?

Umfrage

Zollernalbkreis, 08.06.2010

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Die Bundesregierung hat ab 2011 radikale Sparmaßnahmen zur Sanierung des Haushalts angekündigt. Wir haben auf der Straße gefragt, wo denn zuerst gekürzt werden soll.

Alexandra Koch (38), aus Geislingen:

„Ich hätte kein Problem damit, wenn bei der Erbschaftssteuer Besserverdienenden und Vermögenden tiefer in die Tasche gegriffen würde. Unsere Regierung könnte, um die Staatskasse aufzubessern, ruhig Mautgebühren oder Plakettenpflicht für unsere Autobahnen einführen. Wir werden ja auch kräftig zur Kasse gebeten auf ausländischen Straßen. Bei den Sprit- und Energiepreisen sehe ich dagegen keinen Spielraum mehr. Die Erhöhungen in den vergangenen Jahren waren schon heftig genug.“

Ralf Merz (50), Altenpfleger aus Ebingen:

„Mit dem System, was bisher in Deutschland herrscht, können wir nicht „gerecht“ sparen. Es muss ein allgemeines Umdenken stattfinden. Das Geld ist nicht wirklich weg – es sitzt nur dort, wo niemand rankommt. Der normale Bürger kann dem Staat mit ein paar Euro nicht weiterhelfen.“

 

Elke Hannert (37), Arzthelferin aus Schörzingen:

„Noch vor den Kürzungen sollte sich die Bundesregierung neue Einnahmequellen erschließen. Mir fällt da die Maut für die deutschen Autobahnen ein. Das Geld könnte man dann in Bildung investieren. Vor allem im ländlichen Raum muss man Jugendliche unterstützen, und das fängt schon beim Elterngeld an. Sparen kann man bei der Kurzarbeit. Hier muss man prüfen, ob der Zuschuss tatsächlich bei jedem Unternehmen sinnvoll ist.“

 

Heinz Gehring (64), Rentner aus Obernheim:

„Sparen ist gut, doch nicht am falschen Ende. Für „Unnötiges“ gibt die Regierung gerne Geld aus. Ich denke da an Straßenbau und Brückenbau und auch an die kostenspieligen Einsätze des Militärs im Ausland. Diese Einsätze sind einfach überflüssig. Deutschland mischt sich überall ein und das belastet dadurch den Staatshaushalt. Die Vielverdiener hätten das Geld, aber statt hier auf lange Sicht sozialverträglich einzusparen, werden die Diäten erhöht.“

 

Margareta Dietrich (59), Bundeswehr-Angestellte aus Balingen:

„Die Regierung tut sich keinen Gefallen, wenn sie Streichungen im Gesundheits- und Sozialbereich vornimmt. Arzthelfer und Pfleger sind jetzt schon schlecht gestellt. Es trifft immer diejenigen, die schon wenig haben. Dieser „verkehrte Weg“ schürt die Unzufriedenheit der Bevölkerung. Warum sollen gerade Hartz IV-Empfänger kürzer treten? Besserverdienende und Politiker könnten einen viel größeren Teil ihres Einkommens abgeben. Die Kürzungen im Beamtenbereich finde ich allerdings gerechtfertigt. Damit ist das bürokratische Deutschland auf dem besten Weg, sich strukturell zu verbessern.“

Stefanie Mattulat (39), Einzelhandelskauffrau aus Ebingen:

„Ich kann nur den Kopf schütteln: einerseits werden die Diäten und die Mehrwertsteuer auf 25 Prozent erhöht und dann wird verlangt, dass an anderer Stelle gespart wird. Es werden diejenigen zur Kasse gebeten, die ohnehin weniger besitzen. Auch fließen zu viele Gelder hinaus aus Deutschland. Griechenland war der Anfang. Die Regierung sollte mehr darauf achten, das nationale Standbein zu festigen.“

 

Nicole Becher (18), Schülerin aus Hausen am Tann:

„Auf keinen Fall darf man bei den Schulen sparen. Das Material ist sowieso schon veraltet und der Lehrermangel ist vorprogrammiert. Allerdings sollte die Verbeamtung der Lehrer beibehalten werden, schließlich haben sie keinen einfachen Job. Als Ausgleich sollte sich Deutschland weniger Soldaten leisten. Eine friedliche Lösung im Ausland lässt sich auch mit weniger Personal und vor allem ohne Militär erzielen. Zusätzliche Einnahmequellen sind meiner Meinung nach auch wichtig. Man könnte die Besserverdienenden mal zur Kasse bitten.“

 

Matthias Reuther (39) aus Bruchköbel, derzeit Balingen:

„Ich würde die Sparmaßnahmen nicht an irgendwelchen Einzelbudgets festmachen, sondern in allen Bereichen, so gut es geht, eingreifen. Ebenso sollte es auch nicht ausschließlich sozial Schwache treffen, sondern auch die Reichen. Wobei die Definition von arm und reich immer nur sehr schwer festzumachen ist. Wichtig wäre auch, den Mittelstand nicht allzu sehr zu belasten. Er ist einer der entscheidenden Wirtschaftsfaktoren in unserer Gesellschaft. Konkrete Einsparmöglichkeiten gäbe es aber an anderer Stelle genug. Man denke nur an die vielen Subventionen.“

 

Nicole Kreibich (26), aus Haigerloch:

„Ich finde, dass die Bundesregierung bei Sparmaßnahmen immer an den falschen Ecken zu sparen beginnt. So dürften die Sozialsysteme niemals derart unter Druck geraten. Man darf doch nicht bei den Schwachen, wie beispielsweise den Hartz-4-Empfängern, ansetzen. Natürlich kann es nicht sein, dass sie 1000 Euro im Monat bekommen. Aber man sollte mit der Unterstützung vom Staat doch gut über die Runden kommen können und nicht schon nach zwei Wochen feststellen müssen, dass das Geld vorne und hinten nicht reicht.“

 

Marc Alle (27), Student aus Freudenstadt:

„Die Streichungen im Sozialbereich, die jetzt vorgesehen sind, halte ich für sehr problematisch. Den Hilfsbedürftigen im Staat dürfen auf keinen Fall die Mittel genommen werden. Ich sehe das Sparpotenzial woanders. Die deutsche Regierung hat sich mit den freigiebigen Hilfsspenden für Griechenland mehr als verzettelt. Man darf nicht mehr geben als man hat. Ein Staat trägt die Verantwortung für viele und sollte auch danach handeln.“

Dumme Vorurteile

Welcher Hartzer bekommt denn 1000.-€ bitteschön? Hirn einschalten, wenn man öffentlich Attacke fährt. Ein Hartzer bekommt um die 350.-€, nicht mehr und nicht weniger, Verheiratete allerdings nur 311.-€. Mietkosten sind gedeckelt, Strom wird fast gar nicht bezahlt und Heizung ebenfalls gering. Jedenfalls hat er nicht mehr als die 350.-€ zum Leben. alles Andere sind Ammenmärchen und Hetzparolen der Boulevardmedien.
Und wer nun glaubt, sagen zu müssen, ja die Miete etc................
Sollen alle Arbeitslosen obdachlos werden, als Bettler am Strassenrand sitzen, Kinder ohne Eltern in Heimen aufwachsen- mit der Gefahr, missbraucht zu werden?? Alles schon mal dagewesen und,
billiger wird das nicht!!
Roland Späth am 05.07.2010 10:46:48
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