Razorbacks sind in der Regionalliga angekommen
Albstadt-Ebingen, 31.05.2010 von Marcel Schlegel
Die Vorbereitung verlief vielversprechend. Bevor die Razorbacks, die sich in der Vorsaison souverän die Oberliga-Meisterschaft unter den Nagel rissen, Ende April das Abenteuer Regionalliga angingen, stand der Spielgemeinschaft eine harte, aber erfolgreiche Off-Season bevor: mit Siegen bei der Premierenausgabe des eigenen Turniers, dem „Zollernalb-Bowl“, sowie beim „Razorbowl“ in Ravensburg. Aber auch mit markanten Veränderungen.
John Lysinger, der amerikanische Spielertrainer, kehrte in seine Heimat zurück. Doch die Wildschweine fanden Ersatz: in Offense-Line-Coach Mike Labelle, einem Kanadier. Wide-Receiver Lukas Dembek zog es zum Erstligisten Stuttgart Scorpions, abermals besorgte sich die SG einen adäquaten Stellvertreter: der österreichische Nationalspieler Christian Steffani, Bruder des Razorbacks Michael Steffani, fand den Weg zu den SG-lern. Die größte Veränderung spielte sich vor der Saison allerdings im Trainerstab ab. Frank Kienzle trat aus persönlichen Gründen als Cheftrainer zurück und übergab den Posten an Thomas Miller. „Ich wollte ohnehin ins Trainergeschäft einsteigen“, erklärt der „Neue“, dem der Umstand, als Trainerneuling bei einem Drittligisten ins kalte Wasser geworfen zu werden, keineswegs Sorgen bereitet: „Immerhin habe ich bereits 16 Jahre Football-Erfahrung als Spieler auf dem Buckel. Und: Ich bin von einem erfahrenen Trainerteam umgeben.“
Dennoch mussten die SG- Helmträger in ihren ersten beiden Regionalliga-Duellen noch Lehrgeld bezahlen. „Wir hätten sowohl bei den Frankfurt Pirates, als auch gegen die Badener Greifs gewinnen können“, ärgert sich Christof Münster. Insbesondere bei der 35:37-Pleite gegen die Greifs, die das Tableau derzeit anführen, sei mehr drin gewesen, fährt der SG-Quarterback fort: „In der Defensive hatten wir noch kleine Probleme.“ Auch weil Miller, der seine Football-Stiefel vor Rundenbeginn an den Nagel hängte, dem Aufsteiger dort nicht mehr zur Verfügung stand. „Wir mussten in den ersten beiden Spielen erst einmal in die neue Liga hineinfinden, erste Regionalliga-Erfahrung sammeln“, analysiert Miller. Schnell habe man gemerkt, dass Fehler in der neuen Spielklasse härter bestraft würden, „und dass die Gegner auf uns besser eingestellt waren“. Doch dann kam die Wende. Miller: „Wir investieren viel und schon im dritten Match bei den Stuttgart Silver Arrows haben wir gesehen, dass wir es besser machen können.“
Dieses gewannen die Razorbacks mit 41:20. Und auch am Samstag, im vierten Saisonspiel gegen die Jena Hanfrieds auf dem Mazmann-Rasenplatz in Ebingen stellte die Miller-Truppe bereits im ersten Spielabschnitt die Weichen auf Sieg (13:0). „Wir haben verdient mit 42:21 gewonnen“, urteilte Münster: „Zumal wir einige Ausfälle zu verkraften hatten. Und so sind wir nach dem unglücklichen Saisonauftakt, nun doch ganz ordentlich in unsere erste Regionalliga-Runde gestartet.“
