„Besser als in Stetten geht es gar nicht“
INTERVIEW mit oliver Krämer
Haigerloch, 22.05.2010 von Patrick Mayer
Das Meisterschaftsrennen in der Fußball-Bezirksliga hat am vergangenen Spieltag für viele eine unerwartete Wende genommen. Der Underdog aus Haigerloch-Stetten hat nach dem 4:2-Sieg im direkten Duell mit dem TSV Frommern alle Trümpfe selbst in der Hand, um die Meisterschaft und damit gleichzeitig den Aufstieg in die Landesliga klar zu machen. Doch noch fehlen zum Titel zwei Siege aus den abschließenden zwei Spielen. Der Trainer der Grün-Weißen unterhielt sich vor dem Saisonendspurt seiner Equipe mit unserem Mitarbeiter Patrick Mayer über den Sieg gegen Frommern, die Philosophie der Stettener Fußballer und seine eigene Zukunft als Coach.
Herr Krämer, Ihre Mannschaft hat das Spitzenspiel gegen den TSV Frommern für sich entschieden. Darf man dem SV Stetten bereits zum Titel und Aufstieg gratulieren?
OLIVER KRÄMER: Dafür ist es zu früh. Am Beispiel der Niederlage von Frommern in Weildorf hat man gesehen, dass man vor Überraschungen nie gefeit ist. Der Sieg im Spitzenspiel war ein kleiner Schritt zum Titel. Doch jetzt müssen zwei weitere Schritte folgen.
Wie bewerten Sie das Restprogramm Ihrer Mannschaft?
KRÄMER: Zuerst einmal haben wir am Wochenende spielfrei und können schauen, was Frommern macht. Verliert Burladingen gegen den TSV, dann wird es für uns eine Woche später gegen den gleichen Gegner umso schwerer, weil der FCB dann nichts mehr zu verlieren hat. Eine Woche später kommt Stetten-Salmendingen zu uns. Trotz aller Vorsicht: Wenn du diese beiden Gegner in dieser entscheidenden Phase der Saison nicht schlägst, hast du die Meisterschaft auch nicht verdient.
In Ihrer Mannschaft stehen fast ausschließlich Fußballer, die auch aus Haigerloch-Stetten stammen und bei den Grün-Weißen das Fußballspielen erlernt haben. Ist genau diese Geschlossenheit das Erfolgsrezept Ihrer Equipe?
KRÄMER: Zum einen ist sicherlich die Kameradschaft mit entscheidend. Zum anderen macht's die Mischung aus jung und alt. War in einem Spiel Torsten Maute nicht dabei, dann hat eben Patrick Pitzen die Buden gemacht.
Steckt hinter der Devise, auf Jungs aus den eigenen Reihen zu setzen, eine dem SV Stetten/Haigerloch eigene Fußball-Philosophie oder trägt diese Ihre Handschrift?
KRÄMER: Zum einen ist das die Philosophie des Vereins, ja. Zum anderen aber auch die meinige, die des Trainers also.
Würde der Verein an dieser Devise auch nach einem möglichen Landesligaaufstieg festhalten? Schließlich würde eine Klasse höher eine immense sportliche Herausforderung auf Ihre Truppe warten.
KRÄMER: Mein Bruder wird womöglich nächste Saison aufhören. Gehen wir hoch, ist meine Mannschaft dennoch stark genug, sich in der Landesliga zu behaupten. Eines muss den Spielern dann jedoch klar sein: Es darf ein Jahr lang nichts mehr geben außer Fußball. Sollten wir uns verstärken, dann nicht mit teuren Spielern, sondern nur mit jungen Fußballern mit reichlich Perspektive.
Ob Landesliga oder nicht – bleiben Sie dem SV Stetten als Spielertrainer erhalten?
KRÄMER: Auf jeden Fall! Besser als in Stetten geht es doch nicht: Der sportliche Erfolg spricht für sich, die Mannschaft bleibt zusammen und das Umfeld mit den Zuschauern und unserem Fanklub „Südkurve“ ist perfekt.
