Vorreiterrolle im Bistum
Schörzingen ist erste Kirchengemeinde mit Einsatz für Hilfe in Äthiopien
Schömberg-Schörzingen, 15.05.2010
Gründungsinitiator Eckart Koch eröffnete den Abend mit dem passenden Bibelwort: „Wenn jemand Hilfe braucht und du ihm helfen kannst, dann weigere dich nicht, es zu tun. Und wenn du ihm sofort helfen kannst, dann sage ihm nicht, er soll morgen wieder kommen.“ Ein kleines Ensemble der Musikkapelle Schörzingen eröffnete sodann musikalisch.
In seiner Begrüßung ging Pfarrer Dr. Johannes Holdt auf den Namen der Schözinger Stiftung „Das sehende Herz“ ein. Das sehende Herz ist das glaubende und das liebende Herz. Holdt erinnerte sich an das erste Gespräch, als Eckart Koch ihm eine Fragen zu dem Wesen einer Stiftung stellte. Das aus so einem Gespräch am Rande tatsächlich die Stiftung „Das sehende Herz“ entstand, darauf ist Holdt sehr stolz.
Hiermit übernimmt Schörzingen eine Vorreiterrolle im Bistum Rottenburg-Stuttgart, die kleine Kirchengemeinde ist die erste, die eine eigene Stiftung ins Leben ruft. Dies sei ein guter Grund zu feiern, da es wichtig ist, im caritativen Bereich doch auf nachhaltige, andauernde Projekte zu setzen.
Der Geschäftsführer „Stiftung Weltkirche“ der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Johannes Bielefeld erklärte in seiner Ansprache die Aufgaben der Weltkirche. So werden Schwesterkirchen in der ganzen Welt unterstützt. Vom Bistum Rottenburg-Stuttgart aus wurden seit 43 Jahren bereits viele Priester in ihren weltweiten Einsatz geschickt, es bestehen Kontakte in über 100 Länder der Erde. Im Bistum Rottenburg-Stuttgart ist die Weltkirche fest verankert, was die Anzahl der meisten Missio-Mitglieder in Deutschland oder auch der zweithöchste Unterstützungsbetrag nach dem Bistum Köln zeige. Momentan sind rund 250 Missions- und Fachkräfte aus dem Bistum im Einsatz in aller Welt.
Stiftungen wie zum Beispiel „Schwestern helfen Schwestern“ sind schon lange von Rottenburg-Stuttgart im Einsatz. Der Anstoß zur Gründung einer Dachstiftung, unter der sich weitere Stiftungen ansiedeln können, kam jedoch 2007 aus Schörzingen durch die Anfrage von Eckart Koch. 2009 wurde dies umgesetzt und nun ist Schörzingen die erste Kirchengemeinde, die ihren Einsatz für notleidende Menschen in Äthiopien unter die treuhänderische Verwaltung der Dachstiftung Weltkirche stellt.
Die Dachstiftung übernimmt die gesamte Verwaltung der Fonds, so können Synergieeffekte bei Administration, Marketing und mehr genutzt werden. „Das sehende Herz“ legt die Schwerpunkte auf Förderung der Gesundheit durch Unterstützung von Krankenhäusern sowie auf die Förderung von Schulen und Ausbildung in Äthiopien.
Koch bedankte sich für die Erklärungen zur Weltkirche. Gerhard Rauscher vom Bistum erklärte den Anwesenden den Gründungsvertrag etwas genauer. Das Stiftungsvermögen wird unter eigener Kontonummer gesondert verwaltet, nach bestem Wissen und Gewissen wird das Geld besonders wertbeständig angelegt. Wichtig ist auch, dass die Entscheidung über die Vergabe der Fördermittel von einem Schörzinger Gremium und der Vorstandschaft Stiftung Weltkirche gemeinsam übernommen wird.
Nach einer Fragerunde wurde der Vertrag vom Vorstand der Stiftung Weltkirche Prälat Werner Redies, Elke Zimmermann und Johannes Bielefeld, sowie für die Kirchengemeinde Pfarrer Dr. Johannes Holdt sowie Eckart Koch unterzeichnet.
Koch bedankte sich bei den Verantwortlichen des Bistums für die Unterstützung wie auch die Spende der Flyer Stiftungsfond Sehendes Herz. Als Überraschung stellte Koch das mit der Bäckerei Besenfelder entwickelte „Sehende Herz“ - einen speziellen Hefezopf vor, den der Gebetskreis bei zukünftigen Anlässen zur Unterstützung des Fonds verkaufen möchte. Nach Kochs abschließendem Dank an alle Helfenden übernahm Pfarrer Holdt noch einmal das Wort. Er umschrieb die wesentlichen Punkte der Stiftung mit der Wichtigkeit dauerhaft Gutes zu tun sowie über das Kuratorium mitentscheiden zu können, wohin das Geld fließt.
