Fünf Gemeinden sind schuldenfrei

Statistisches Landesamt legt die Zahlen zur Krise vor – Schuldenlast der Eigenbetriebe steigt

Zollernalbkreis, 05.05.2010 von Gudrun Stoll

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In Baden-Württemberg gibt es 1102 Gemeinden. Sie waren Ende 2009 mit knapp 9,5 Milliarden Euro am Kreditmarkt verschuldet. Das statistische Landesamt stellte anfangs der Woche die Zahlen vor.

Gegenüber dem Vorjahr ist die Verschuldung um 2,1 Prozent angestiegen. Dabei entfielen weniger Schulden auf die Kernhaushalte (4,3 Milliarden Euro) als auf die kommunalen Eigenbetriebe (Stadtwerke, Bäder). Die Schulden von rechtlich selbstständigen Unternehmen, an denen Gemeinden und auch Landkreise mehr als 50 Prozent Beteiligung haben, sind um drei Milliarden Euro auf 19,9 Milliarden Euro gestiegen.

Die kommunalen Haushalte „mussten im Jahr 2009 einen Steuerrückgang von 15 Prozent bewältigen“, benannte Finanzminister Willi Stächele bei der Präsentation in Stuttgart die schlechten Rahmenbedingungen. Besonders stark verlief der Einbruch bei der Gewerbesteuer mit minus 23 Prozent. Zum Stichtag waren landesweit 114 Gemeinden schuldenfrei. Es handelt sich dabei überwiegend um Kommunen mit weniger als 5000 Einwohnern. Im Zollernalbkreis schreiben fünf Kommunen schwarze Zahlen: Dormettingen (1051 Einwohner), Hausen am Tann (478 Einwohner), Rangendingen (5265 Einwohner), Ratshausen (779 Einwohner) und Straßberg (2657 Einwohner). Wie im Vorjahr erreichten zusätzlich 69 Gemeinden im Land zwar einen Kämmereihaushalt ohne Kreditmarktschulden, nicht aber schuldenfreie kommunale Eigenbetriebe. Zu ihnen gehört Meßstetten. Die Pro-Kopf-Verschuldung der 10 550 Einwohner zählenden Stadt liegt bei nur 27 Euro - sie resultieren aus den Eigenbetrieben, deren Schulden sich auf 284 000 Euro belaufen.

Zieht man den Vergleich über die Pro-Kopf-Verschuldung, liegen sechs Gemeinden über dem Landesdurchschnitt von 883 Euro: Albstadt (1251 Euro), Balingen (1040), Bisingen (1948), Dautmergen (1419), Haigerloch (1224) und Spitzenreiter Hechingen (1992).

Weitere Daten: Bitz 135 Euro, Burladingen 806 Euro, Dotternhausen 399 Euro, Geislingen 515 Euro, Grosselfingen 362 Euro, Jungingen 160 Euro, Nusplingen 68 Euro, Obernheim 314 Euro, Rosenfeld 229 Euro, Schömberg 252 Euro, Weilen u.d.R. 38 Euro, Winterlingen 665 Euro, Zimmern u.d.B. 550 Euro.

 

Blick in die Region

Die durchschnittliche Pro-Kopf-Verschuldung der baden-württembergischen Gemeinden einschließlich ihrer Eigenbetriebe lag Ende 2009 bei 883 Euro. Die Schulden je Einwohner nehmen mit zunehmender Gemeindegröße in der Tendenz zu.

Im Land haben 287 Gemeinden eine höhere Schuldenlast je Einwohner zu tragen als im Landesschnitt. Darunter sind 24 Gemeinden sogar mit mehr als 2000 Euro je Einwohner verschuldet, unter ihnen zahlreiche Kur- und Fremdenverkehrsorte. Diese Zahlen nannte Dr. Carmina Brenner, Präsidentin des Statistischen Landesamtes, bei der Präsentation in Stuttgart.

Die Pro-Kopf-Verschuldung von Aulendorf liegt bei 5120 Euro, Bad Saulgau erreicht 2187 Euro, Sigmaringen 1915 Euro, Rottweil 1633 Euro, Reutlingen 1337 Euro, Tübingen 727 Euro.

 

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