Zum Saisonausklang krasser Außenseiter
Turnen: Meßstetten trifft auf Kirchheim 2
Messstetten, 21.04.2010 von Reinhard Linder
Nach einer vierwöchigen Pause müssen die Turnerinnen erneut an die Geräte, was TSV-Trainerin Patricia Bodmer sauer aufstößt: „Mir wäre es lieber gewesen, wenn wir die Runde noch im März beendet hätten.“ Denn der Großteil ihrer Schützlinge bestreitet im Sommer Mehrkämpfe und hätte spätestens nach Ostern damit beginnen sollen, die Übungen umzustellen und sich vermehrt den leichtathletischen Disziplinen zu widmen.
Am einfachsten wäre es für das Oberliga-Schlusslicht gewesen, den Wettkampf ganz sausen zu lassen, zumal ohnehin keine Chance mehr auf den Klassenerhalt besteht. Aber erstens gehört sich das nicht und zweitens treten zum Saisonabschluss alle Riegen gleichzeitig in Sindelfingen an: „Auf dieses Ligafinale freuen sich alle Turnerinnen“, weiß Bodmer und begründet: „Von der Atmosphäre her ist es etwas ganz Besonderes.“ Ziel ihrer Mädchen müsse es sein, einen ordentlichen Wettkampf zu bestreiten. Und mit etwas Glück wolle ihre Riege dem Favoriten wenigstens einen Gerätepunkt entführen.
Dass dieses Unterfangen nicht einfach zu bewerkstelligen sein wird, zeigt ein Blick in die Statistik. Kirchheim rangiert mit zwei Siegen und neun gewonnenen Geräten punktgleich mit der KTV Hohenlohe auf dem dritten Platz. Die Ergebnisse hängen stark davon ab, in welcher Besetzung die Zweitliga-Reserve antritt. Zuletzt hatten die Kirchheimerinnen die ehemalige Bundesliga-Turnerin Daniela Flaig mit dabei, die an allen Geräten Maßstäbe setzte. „Wenn Daniela in Sindelfingen turnt, gibt es eine Klatsche für uns“, prophezeit Bodmer. Aber selbst in der Standardformation dürfte diese Riege eine Nummer zu groß für die Heubergerinnen sein. Zumal deren Leistungsträgerin Anne Ammann studienbedingt das Training zurückfahren musste.
Weder an den Übungsinhalten noch an der Startreihenfolge wird sich im Vergleich zu den ersten vier Wettkämpfen Wesentliches ändern. Anne Ammann und Lina Hirschoff treten an allen vier Geräte an, Katharina Bodmer konzentriert sich auf Sprung und Boden, Natascha Bodmer bringt sich zusätzlich am Schwebebalken mit ein. Janina Hauser turnt Balken und Boden, Theresa Eppler und Lisa Merz beschränken sich auf den Stufenbarren. Am Problemgerät des TSV soll vor allem Stephanie Steidle, welche ansonsten noch am Sprung und Balken zu sehen sein wird, für hohe Wertungen sorgen. „Ich wünsche mir, dass wir einmal ohne Absteiger durchkommen“, sagt Patricia Bodmer. Während ihre Schützlinge an allen anderen Geräten konkurrenzfähig sind, hinken sie am Stufenbarren hinterher und kehren deshalb nach einjährigem Intermezzo in die Verbandsliga zurück. „Das ist die Klasse, in die wir gehören“, ist die TSV-Trainerin alles andere als enttäuscht: „Hoffentlich passiert nichts Außergewöhnliches mehr, was uns in der Oberliga halten würde.
