Mitarbeiter sitzen in Asien fest

Auch Unternehmen im Zollernalbkreis sind von den Auswirkungen der Aschewolke betroffen

Zollernalbkreis, 20.04.2010 von Zora Bombach

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Die Aschewolke aus Island ist zwar am Himmel schwer auszumachen – ihre Auswirkungen sind jedoch umso deutlicher: etliche Urlauber und Geschäftsreisende aus dem Kreis sitzen im Ausland fest.

Die Aschewolke des isländischen Vulkans sorgt derzeit für ein Europaweites Flugverbot. Viele Reisende aus dem Zollernalbkreis sitzen deshalb seit Tagen im Ausland fest. Dennoch sei kein Chaos ausgebrochen, erklärt Anja Mucke vom Balinger Reisebüro. Alles laufe bisher sehr kontrolliert ab. „Die Reisenden nehmen es gelassen“, sagt sie.

Bis wieder Flieger nach Deutschland starten, kann es noch dauern: der Vulkan speit weiter Asche aus. „Wann der nächste Flug geht, können wir unseren Kunden daher nicht genau sagen“, erzählt Mucke. „Ein Vulkanausbruch ist höhere Gewalt, da heißt es Abwarten“. Die Reisebüros im Zollernalbkreis erhalten jedoch stündlich Info-Mails mit dem aktuellsten Stand.

Nicht nur die Heimkehrer müssen warten: Urlauber, die bereits eine Flugreise für die kommenden Tage gebucht hatten, versuchen ihren Urlaub zu verschieben. „Die Fluggesellschaften sind hier sehr kulant“, erklärt Mucke. Umbuchungen sind bisher kein Problem.

Die Unternehmen im Kreis trifft es ebenso. Die Produktentwickler von Uhlsport aus Balingen-Engstlatt beispielsweise sitzen in Asien fest. „Eigentlich hätten sie bereits am Wochenende wieder zurück sein sollen“, sagt Sina Haug, Marcom-Managerin bei Uhlsport. Auch das firmeninterne internationale Treffen der Vertriebsleiter, das für die kommende Woche geplant war, muss das Unternehmen verschieben. „Viele der 25 Vertreter haben wegen des Flugverbots bereits abgesagt“, erklärt Haug. Auch bei Bizerba in Balingen wartet man seit Tagen auf die Aufhebung des Flugverbots. „Einige Mitarbeiter können nicht rechtzeitig aus ihrem Urlaub zurückkehren“, erzählt Claudia Gross, Leiterin Marketing und Kommunikation des Balinger Wagenherstellers. Kurios: die russische Eichbehörde, die nach Balingen wollte, sitzt in Minsk fest. Ähnlich geht es eigenen Mitarbeitern: Einer sitzt in Hongkong fest, ein anderer in Sankt Petersburg.

Glück hatten Mitarbeiter von Mey bodywear in Albstadt-Lautlingen. „Sie sind einen Tag vor dem Flugverbot von einer Geschäftsreise zurückgekommen“, erzählt Patricia Bodmer, Assistentin der Geschäftsführung. „Kollegen, die in den nächsten Tagen hätten fliegen müssen, starten jetzt eine Woche später“, sagt sie. Bei der Umbuchung gebe es keine Probleme.

„Unsere Geschäftsreisenden nutzen ihre Zeit bei den Tochterfirmen natürlich, während sie auf den Heimflug warten“, sagt Harry Jetter von Groz-Beckert in Albstadt. Allein die Messetermine bereiten Probleme. „Wir hoffen, dass bis Mai wieder geflogen werden kann. Da haben wir die nächste Messe in den USA“, erläutert Jetter. Bei Gühring in Albstadt gibt es weniger Probleme mit der Personenbeförderung als mit dem Versand der Produkte. „Vieles wird bei uns per Luftfracht transportiert“, erklärt Geschäftsführer Dr. Jörg Gühring. „Unsere Kunden in den USA warten auf bestellte Sonderwerkzeuge“. Zwar haben die Firmen Verständnis für die Verzögerung, ärgerlich sei es aber dennoch: mancher Kunde müsse die Produktionsstraße in dieser Zeit stoppen.

Von einer „dramatischen Situation“ spricht Hermann Weckenmann. Er ist gemeinsam mit Bruder Wolfgang mit der gemeinsamem Firma „Weckenmann Anlagentechnik“ aus Dormettingen in München auf der „bauma“. Die internationale Messe ist die größte der Welt im Bereich Baumaschinen, Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen, Baufahrzeuge und Baugeräte. „Für uns ist das die wichtigste Messe überhaupt“, erläutert Hermann Weckenmann. Das Problem: der Großteil der ausländischen Kunden kann nicht anreisen. „Selbst wenn Firmenvertreter anreisen könnten, wollen viele nicht das Risiko eingehen, eventuell für Wochen nicht zurückreisen zu können“, erklärt der Dormettinger Unternehmer. Er hofft auf die schnellstmögliche Aufhebung des Flugverbots.

Keine Auswirkungen hat die Aschewolke bisher auf die Lebensmittellieferungen. „Das meister bekommen wir über den Landweg aus Europa“, erläutert Erik Kirsten, Betriebsleiter des C+C-Großmarkts in Balingen-Weilstetten.

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