Noch viel zu viel Fremdwasser

Abwasser-Zweckverband verabschiedet Haushalt für das laufende Jahr

Balingen, 19.04.2010 von Klaus Irion

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Ein geordneter Betriebsablauf, die bald beginnende Klärschlammtrocknung, aber nach wie vor zu viel Fremdwasser: So stellt sich die derzeitige Situation in der Balinger Kläranlage dar.

In relativ ruhigen Bahnen verlief das vergangene Jahr für den Zweckverband Abwasserreinigung Balingen. Am Donnerstag war die Verbandsversammlung auf der Balinger Kläranlage zusammengekommen, um das Jahr 2009 Revue passieren zu lassen und den Haushalt 2010 zu verabschieden.

Vorab jedoch führte Ingenieur Joachim Hölle vom Büro Götzelmann und Partner die Verbandsmitglieder auf die Klärschlammtrocknungsbaustelle. Noch in diesem Jahr soll der Balinger Klärschlamm, Anfang kommenden Jahres dann auch Schlamm von außerhalb auf der Anlage getrocknet und das dabei entstehende Gas mittels Blockheizkraftwerk zur Strom- und Wärmegewinnung genutzt werden. „Der lange Winter hat uns um rund drei Monate zurückgeworfen, aber ein Teil dieses Rückstands ist bereits wieder aufgeholt“, erklärte Hölle.

Während das Klärschlammprojekt nun einem alles in allem guten Start entgegengeht, bereitet Hölle ein anderes Thema weiterhin Kopfzerbrechen. Nach wie vor ist der Anteil an Fremdwasser, der in die Kläranlage gelangt viel zu hoch. „Herr Hölle ist derzeit noch immer dabei, die Ursache dieses Phänomens herauszufinden“, erklärte der Verbandsvorsitzende, Balingens Oberbürgermeister Helmut Reitemann. Zwar sei die geografische Lage mit ein Faktor für die große Menge, das allein aber könne es nicht sein. Über 65 Prozent der gesamten Wassermenge, die durch die Anlage fließt, ist Fremdwasser. Der Landesdurchschnitt liegt bei knapp über 40 Prozent. Ein Umstand, der stets auch finanzielle Auswirkungen nach sich zieht.

Womit wir bei den aktuellen Haushaltszahlen wären. Der Abwasserzweckverband rechnet für 2010 mit Einnahmen und Ausgaben von insgesamt 4,6 Millionen Euro. Davon 2,1 Millionen Euro im Verwaltungshaushalt und 2,5 Millionen Euro im Vermögenshaushalt. Die Kreditaufnahme liegt bei 1,3 Millionen Euro. Der Höchstbetrag der Kassenkredite wird auf 500 000 Euro festgesetzt.

Oliver Schmid wiedergewählt

Im Rahmen der Verbandsversammlung des Zweckverbands Abwasserreinigung Balingen wurde der Geislinger Bürgermeister Oliver Schmid am vergangenen Donnerstag als stellvertretender Verbandsvorsitzender im Amt bestätigt. Es gab keinen Gegenkandidaten, die Wahl erfolgte offen. Oliver Schmid wurde bis 2015 gewählt.

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