Starke Konkurrenz

Kunstturnen: TG büßt im Ligafinale Rang zwei ein

Rottweil, 19.04.2010 von Reinhard Linder

Das Ligafinale ist einfach nicht das Ding der Schömberger Turner. Am Samstag büßten sie bei der gemeinsamen Rückrunde in Rottweil ihren zweiten Tabellenplatz in der Oberliga ein.

Wenigstens müssen sich die Stauseestädter nicht an ein anderes Erscheinungsbild ihres Trainers Karl Schmidberger gewöhnen. Der hätte nämlich für den zweiten Platz in der Endabrechnung seinen Schnauzer geopfert. „Unsere Konkurrenten waren heute klar besser als wir“, erkannte Mannschaftsführer Heiko Baier die Leistung der Rivalen an. Die Schömberger belegten am Ende mit 287,1 Punkten nur den vierten Platz hinter Meister VfL Kirchheim (305,6), der TG Wangen/Eisenharz (301,05) und dem TSV Süßen (293,55) – in der Schlusstabelle erreichten sie Rang drei.

Natürlich war es ein Handicap, dass der frühere Juniorennationalturner Achim Müller wegen seiner Fußverletzung auf drei Geräte verzichten musste. Obwohl die Ersatzleute ihre Sache gut machten, fehlten unter dem Strich doch sieben Punkte. Hinzu kam, dass Marcus Seeburger sehr schwer in den Wettkampf fand und erst am Schlussgerät Reck sein Leistungspotenzial abrufen konnte.

Am Boden lief für die TG-Riege zunächst alles glatt. Florian Rehfuß begann mit einem Twist und beendete seine Übung mit einem Strecksalto vorwärts mit halber Drehung. 12,9 Zähler kassierte er und konnte durchaus zufrieden sein. Noch gehaltvoller war die Kür von Stephan Rapp, der als Abgang einen Hocksalto vorwärts mit ganzer Schraube wählte und mit 13,4 Punkten belohnt wurde. Heiko Neher, der mit einem Strecksalto vorwärts mit ganzer Längsachsendrehung begann und mit einem selten gezeigten Seitsalto abschloss, kam sogar auf 14,2 Punkte. Die Schömberger jubelten, waren sie sich doch sicher, dass Seeburger noch einen draufsetzen würde. Aber der Youngster wirkte fahrig, musste gleich bei seiner ersten Akrobatikbahn auf die Bodenfläche greifen und wurde mit hohen Abzügen bestraft. Mit ihren 54,1 Punkten ließen die Schömberger nur den TV Wetzgau 2 und die KTV Hohenlohe 2 hinter sich.

An den Pauschen stellte Leandro Eckstein seine starken Nerven mit einer fast fehlerfreien Übung unter Beweis. Größere Schwierigkeiten hatten Manuel Thomas und Achim Müller. Seeburger war völlig von der Rolle. Mit mageren 42,9 Punkten fielen die Schömberger hinter ihre Konkurrenten zurück. An ihrem Paradegerät Ringe wollten sie zur Aufholjagd blasen. Aber das Kampfgericht erkannte zur Verwunderung Baiers die Stemme in den Kreuzhang von Manuel Thomas (11,6) nicht an. Auch mit Michael Ast (11,9) gingen die Kampfrichter hart ins Gericht, während sie bei Ecksteins (12,5) Übung alle Teile akzeptierten. Müller (13,4) turnte gewohnt souverän, trotzdem sprang nur der dritte Platz an diesem Gerät heraus. „Statt unseren Rückstand auf Wangen zu minimieren, haben wir Federn gelassen“, war Baier total konsterniert.

Aber seine Jungs ließen sich nicht hängen. Am Sprung passte alles, der gebückte Tsukahara Nehers wurde mit einer 13,8 belohnt. „Da habe ich gedacht, jetzt geht noch was nach vorne“, sah Baier Rang zwei wieder in Reichweite. Aber am Barren und Reck häuften sich die Fehler, der Traum von der Vizemeisterschaft war endgültig geplatzt.

 

Saisonfinale in Sindelfingen

Die Kunstturnsaison neigt sich dem Ende zu. Während die Männer der TG Schömberg (Oberliga) und des TSV Geislingen (Landesliga) mit dem Ligafinale in Rottweil ihre Runde in den Mannschaftswettkämpfen bereits abgeschlossen haben, sind die Regionalliga-Turnerinnen des TSV Ebingen und des TSV Meßstetten noch einmal gefordert. Sie tragen am kommenden Samstag in Sindelfingen ihren letzten Wettkampf aus. Die Heubergerinnen haben es mit dem VfL Kirchheim 2 zu tun und die Albstädterinnen wollen gegen die KTV Hohenlohe ihren zweiten Tabellenplatz verteidigen. Bleibt abzuwarten, wie sich die beiden Riegen aus dem Zollernalbkreis nach der mehrwöchigen Wettkampfpause aus der Affäre ziehen.

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