Rang zwei soll es schon sein
Turnen: Oberligist TG Schömberg meldet keine Regionalliga-Ambitionen an
Schömberg, 14.04.2010 von Reinhard Linder
„Das war noch nie unser Ding“, hofft TG-Mannschaftsführer Heiko Baier auf ein besseres Abschneiden beim Ligafinale als in den vergangenen Jahren. Ziemlich hektisch geht es in der Turnhalle zu: An allen Geräten wird gleichzeitig geturnt und die Fans der jeweiligen Mannschaften halten sich mit Anfeuerung und Applaus nicht zurück, was die Konzentration der Athleten stört.
Nur vereinzelt haben die Turner vom Stausee in der Vergangenheit an ihre Normalform anknüpfen können, im Vorjahr stürzten sie regelrecht ab und wurden Letzter. „Ich hoffe, dass uns ähnliches nicht noch einmal widerfährt“, gibt sich Baier zurückhaltend optimistisch.
Zumal Achim Müller Entwarnung signalisiert hat. Der frühere Junioren-Nationalturner hat sich vor drei Wochen beim Wettkampf in Schwäbisch Gmünd am Sprung eine Fußverletzung zugezogen (wir berichteten), die sich als weniger gravierend erwies, als zunächst befürchtet. Zwar wird er auf das Bodenturnen verzichten und wahrscheinlich auch den Sprung auslassen, dafür soll er mit seiner Routine an den vier anderen Geräten für Punkte sorgen.
Gesetzt am Boden sind Heiko Neher sowie Florian Rehfuß und Marcus Seeburger, die ihre Blessuren auskuriert haben. Vierter Mann dürfte Stephan Rapp sein, der schon in Wetzgau überzeugend für Seeburger eingesprungen war. An den Pauschen kämpfen sechs Turner um die vier Startplätze, an den Ringen treten Michael Ast, Manuel Thomas, Youngster Leandro Eckstein und Müller an. Wer für den Dotternhausener am Sprungtisch einspringt, dürfte Trainer Karl Schmidberger erst vor Ort entscheiden. Am Barren kann er aus einem Pool von sechs Turnern mit ähnlich hohen Ausgangswerten schöpfen, am Reck sollten zumindest Müller und Seeburger für möglichst hohe Wertungen sorgen.
Die Schömberger haben den Vorteil, um 16 Uhr als Tabellenzweiter gemeinsam mit Spitzenreiter VfL Kirchheim in der olympischen Reihenfolge starten zu dürfen, sie beginnen also am Boden. Die Teckstädter haben der Stauseetruppe ihre einzige Saisonniederlage beigebracht, haben aber zum Ende der Runde nicht mehr so überzeugt. Jedenfalls sind sie keine Überflieger.
Gesetzt den Fall, Schömberg gewänne das Ligafinale und Kirchheim würde hinter der TG Wangen/Eisenharz und dem TSV Süßen nur Vierter, dürfte sich die TG sogar mit dem Titel des Schwäbischer Meisters schmücken.
Selbst Platz zwei hinter der VfL-Riege würde wahrscheinlich zum Aufstiegswettkampf in die Regionalliga zum Jahresende reichen. Denn die Kirchheimer haben wie schon im Vorjahr signalisiert, dass sie in der Oberliga bleiben möchten. Aber auch Baier, der lange Jahre in der zweiten Bundesliga turnte und möglicherweise in der kommenden Saison seine Karriere fortsetzt, weist Aufstiegsambitionen weit von sich: „Für die Regionalliga wären wir viel zu schwach.“ Um in der dritthöchsten Klasse zu bestehen, müsste der Verein Geld in die Hände nehmen und sich wie die Konkurrenz mit einem europäischen Spitzenmann verstärken. „Aber das kommt für uns nicht in Frage“, so Baier.
Da der Klassenerhalt bereits in trockenen Tüchern ist und sich der Aufstieg verbietet, können die Stauseestädter ohne Druck zum vom TSV Göllsdorf ausgerichteten Ligafinale nach Rottweil fahren. „Wir wollen alles versuchen, um unseren zweiten Platz zu verteidigen“, gibt sich Baier kämpferisch: „Wenn wir das schaffen, wäre es das Tüpfelchen auf dem i.
Eine gemeinsame Rückrunde
Das Ligafinale in Rottweil ist die gemeinsame Rückrunde aller Männermannschaften auf Verbandsebene. Anders als in der Vorrunde treten die Riegen nicht in Zweier-Wettkämpfen an, vielmehr turnt jede Mannschaft für sich. Am Ende werden die Gesamtpunktzahl und die Ergebnisse an den einzelnen Geräten miteinander verglichen und eine separate Rückrundentabelle erstellt. Für den Sieger gibt es fünf Punkte, der Sechste geht leer aus, dasselbe Schema wird auf die Gerätewertungen angewandt. Erst am Schluss werden beide Tabellen zusammengeworfen und die Auf- beziehungsweise Absteiger ermittelt.
