Geislinger Riege bläst zum Angriff

Turnen: Verbandsliga-Aufstieg noch möglich

Geislingen, 14.04.2010 von Reinhard Linder

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Den Aufstieg vor Augen hat beim Ligafinale der Turner der Landesligist TSV Geislingen. Falls das Team seinen zweiten Tabellenplatz verteidigen kann, dürfte die Verbandsliga-Rückkehr perfekt sein.

Im kommenden Jahr werden alle Ligen innerhalb des Schwäbischen Turnerbunds von sechs auf sieben Mannschaften aufgestockt. Deshalb geht der stellvertretende Turnabteilungsleiter der Geislinger, Michael Brobeil, davon aus, dass der zweite Platz im Endklassement der Landesliga gleichzeitig das Eintrittsticket in die Verbandsliga ist, welche der TSV nach einjährigem Gastspiel verlassen musste.

Beim Ligafinale 2009 hätte die Truppe von Trainer Oliver Heck ein Wunder gebraucht, um die Klasse zu halten. Es blieb aus. Am Pauschenpferd und an den Ringen zerplatzten die Träume der Geislinger. Am Samstag ab 12.30 Uhr soll es in der Doppelsporthalle in Rottweil besser laufen. „Wir haben gut trainiert und unsere Übungen stabilisiert“, gibt sich Brobeil zuversichtlich.

Anders als bei den fünf Wettkämpfen mit direkten Duellen gegen eine Konkurrenten können bei der gemeinsamen Rückrunde pro Gerät nur vier Mann eingesetzt werden, ein Streichresultat gibt es nicht. Brobeil und Heck haben die bisherigen Ergebnisse genau analysiert und werden den Athleten den Vorzug geben, die bislang durch Stabilität überzeugt haben. Hinzu kommt in Rottweil Leistungsträger Andreas Brobeil, der sich im ersten Wettkampf am Sprunggelenk verletzt hatte und nur noch eingeschränkt eingesetzt werden konnte. Zwar wird Brobeil Boden und Sprung auslassen, an den vier anderen Geräten ist er mittlerweile aber wieder in der Lage, um komplette Übungen mit Abgang zu turnen.

Dass trotz seines Ausfalls nach der Vorrunde der zweite Platz zu Buche schlägt, ist für den stellvertretenden Abteilungsleiter und Kampfrichter eine Überraschung: „Das konnten wir nicht erwarten.“ Nur der Wettkampf gegen Spitzenreiter SSV Ulm 2 ging flöten. Mit den „Spatzen“ bilden die Geislinger in Rottweil eine Riege, an ihrer Leistung wollen sie sich nicht orientieren, sondern sie sogar überflügeln. Doch selbst wenn ihnen dieses Vorhaben gelingen würde, dürfte es nicht mehr zu Platz eins reichen. Denn der Sieger des Ligafinales bekommt nur fünf Punkte gut geschrieben, der Zweite vier – und so weiter. Um also an den Ulmern vorbeizuziehen, dürften diese maximal Rang drei belegen und müssten sehr viele Geräte verlieren, was angesichts der überlegenen Führung des SSV unvorstellbar ist. Und doch: „Wir werden voll angreifen“, beteuert Michael Brobeil, „falls sich die Chance bietet, wollen wir sie nutzen.“

Vor einem Jahr musste der TSV am Reck beginnen, dieses Mal startet er – wie in der Vorrunde üblich – am Boden und kann gleich Selbstvertrauen tanken. Schließlich ist der Boden neben dem Sprung und dem Barren das Paradegerät der Geislinger. Stefan Eha oder Martin Bärmann sind in der Lage hoch vorzulegen, Steffen Knaisch, Christoph Stiller und vor allem Lukas Heicks gehören ohnehin zu den besten Bodenturnern der gesamten Liga.

Falls die Heck-Schützlinge auch noch einigermaßen unbeschadet das Pauschenpferd überstehen, könnte sich eine Eigendynamik entwickeln, die bis zum letzten Gerät anhält. „Wir wollen unser gutes Niveau aus der Runde in das Ligafinale mitnehmen und zumindest Platz zwei halten“, umreißt Brobeil die Ziele: „Falls es dann zum Aufstieg reicht, hätten wir etwas gewonnen, und falls es nicht klappt, hätten wir auch nichts verloren.

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