Teuer erkaufter Sieg

Turnen: Oberligist Schömberg bleibt Zweiter

Schömberg, 31.03.2010 von Reinhard Linder

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Die Turnriege der TG Schömberg hat sich auf dem zweiten Platz in der Oberliga eingenistet. Am Wochenende gewann das Team bei der Bundesliga-Reserve des TV Wetzgau mit 300,9:285,5 Punkten.

Den Sieg haben sich die Stauseestädter allerdings teuer erkauft: Der frühere Juniorennationalturner Achim Müller verletzte sich am Fuß und droht beim Ligafinale (17. April, Rottweil) auszufallen. „Das mit Achim ist jammerschade, der war so gut drauf“, bedauert Mannschaftsführer Heiko Baier das Missgeschick des Dotternhauseners. Weil es bei ihm an den ersten drei Geräten super lief, wollte er am Sprung seinen gestreckten Tsukahara um eine Schraube bereichern. Doch beim Einturnen landete er unsanft und musste sich den Rest des Wettkampfs von außen aus anschauen.

Die Riege von Trainer Karl Schmidberger startete phänomenal am Boden. Florian Rehfuß hatte seine Übung insofern modifiziert, dass er seine frühere Eingangsbahn an den Schluss setzte. Tatsächlich blieb er diesmal beim Überschlag mit Schraubensalto stehen und heimste 13,85 Punkte ein. Diese hohe Wertung sicherten Stephan Rapp (12,8) und Heiko Neher (13,15) ab, Müller konnte also volles Risiko gehen. Das tat er auch mit einem gebückten Doppelsalto in der ersten Akrobatikbahn, mit einem Strecksalto vorwärts mit ganzer Schraube und einem Strecksalto rückwärts mit Doppelschraube zum Schluss. Die Kampfrichter notierten kaum Abzüge; 15,45 Punkte bedeuteten die Tageshöchstnote und einen deutlichen Gerätegewinn.

An den Pauschen mussten die Schömberger arg kämpfen, um nicht vom störrischen Seitpferd abgeworfen zu werden. Rapp (11,3) gelang dies einigermaßen, Manuel Thomas (10,2) und Marcus Seeburger (10,65) zitterten sich durch, nur Müller schwang sich souverän über die Pauschen und hatte am Ende sogar die Kraft für einen Abgang durch den Handstand. Seine 13,35 Punkte bescherten seiner Riege den zweiten Gerätesieg, der Vorsprung betrug schon mehr als sieben Zähler.

An ihrem Paradegerät Ringe bauten die Schömberger ihre Führung aus. Leandro Eckstein steuerte 11,95 Punkte bei, Manuel Thomas 13,0, Michael Ast 13,8 und Müller mit den Elementen Kippe in den Kreuzhang, Riesenfelgen in den Handstand und einem Tsukahara-Abgang sogar 14,45 Punkte.

Am Sprungtisch vertrat Jan Dehner seinen inzwischen verletzten Mannschaftskameraden mit einem Überschlag mit halber Drehung. Seeburger beließ es bei seinem gehockten Tsukahara, Neher und Rehfuß zeigten diesen Sprung in gebückter Ausführung. Nur um drei Zehntel mussten sie sich den Wetzgauern geschlagen geben.

Dass die Gastgeber am Barren eine Macht sind, ist bekannt. Und so war es auch keine Überraschung, dass die Wetzgauer die Gerätepunkte mitnahmen, obwohl das Schömberger Quartett sauber turnte und Rapp mit 13,35 Punkten die Bestnote einstrich.

Am Reck lief bei den Wetzgauern nichts mehr zusammen, so dass sich die Sorgenfalten im Gesicht von Heiko Baier rasch entspannten. Schließlich konnte er ja nicht mehr auf Überflieger Müller zurückgreifen, zudem musste Seeburger wegen eines eingeklemmten Wirbels seine Kür abspecken und Ast wegen einer Fußverletzung auf einen Abgang verzichten. Rapp (12,4) und Rehfuß (12,0) holten die Kastanien aus dem Feuer und bescherten ihrer Riege den vierten Gerätesieg.

Nach Abschluss der Vorrunde belegen die Schömberger den zweiten Platz hinter dem übermächtigen VfL Kirchheim. „Dass die Saison so gut läuft, hat mich überrascht“, lobte Baier die Turner und Trainer Karl Schmidberger, der hervorragende Arbeit geleistet habe. Die Mischung aus jungen Eigengewächsen und alten Hasen stimme, der Teamgeist sei unvergleichlich. Jetzt wolle die Mannschaft bei der gemeinsamen Rückrunde am 17. April noch einmal eine gute Leistung zeigen.

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