Ein vorbildlicher Bürgermeister

Reaktionen auf die Entscheidung von Georg Maier – „Die Gesundheit geht vor“

Obernheim, 25.03.2010 von Volker Schweizer

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Dienstagabend, kurz nach 23 Uhr. Hinter dem Gemeinderat liegt eine kontroverse Sitzung. Doch die Bombe platzt erst zum Schluss. Bürgermeister Georg Maier gibt bekannt, dass er bei der Wahl im Herbst nicht mehr kandidiert.

Die Räte sind geschockt. Schweigen macht sich breit. Mit dieser Entscheidung haben sie wohl nicht gerechnet. Joachim Schnell „bricht“ die Stille in der Runde. „Haben Sie wirklich das Wort ‚nicht’ verwendet?“ Maier bestätigt: „Ja, ich werde mich nicht für eine weitere Amtszeit bewerben.“ Er spricht in offenen Worten über seine Krebserkrankung und die Folgen. Und auch die Angst, dass die Krankheit ein weiteres Mal ausbrechen kann. Mit flauem Gefühl fahre er regelmäßig zu den Nachsorgeuntersuchungen nach Tübingen. Bis das Untersuchungsergebnis feststehe, dauere es seine Zeit. Wochen der Ungewissheit.

Von Maiers persönlicher Erklärung (wir druckten sie gestern im Wortlaut ab) ist Reinhold Moser beeindruckt. Er habe nicht gedacht, dass in der Vergangenheit so viel in und für Obernheim getan worden sei. Oftmals mit Widerstand aus der Bevölkerung, schiebt der Bürgermeister nach. Trotzdem stellt er klar: „Zu erreichen war das alles nur gemeinsam.“

Viola Allseits-Oehrle sagt, was wohl viele denken: „Die Gesundheit geht vor.“ Ihr Kollege Wolfgang Moser gibt zu, dass er mit dieser Entscheidung nicht gerechnet habe. Auch Jürgen Moser steht die Betroffenheit ins Gesicht geschrieben. Er bittet den Bürgermeister, dass die persönliche Erklärung am Freitag im Gemeindeblatt abgedruckt wird. Maier will diesem Wunsch gerne nachkommen. Das Papier geht heute noch in die Druckerei.

Wie sind die Reaktionen im Ort? Rektor Manfred Maier attestiert dem „vorbildlichen Bürgermeister“, dass er sich für die Belange der Grund- und Hauptschule hervorragend eingesetzt hat. Bei Problemen habe er sich stets um einen Lösungsweg bemüht. Anerkennende Worte kommen auch vom größten Obernheimer Verein, der Hexenzunft. Zunftmeister René Schatz lobt die „stete Unterstützung. Wenn es mal Reibereien gegeben hat, waren diese nicht weltbewegend.“ Auf die kommunalpolitische Arbeit angesprochen, verweist Schatz auf die Erfolgsprojekte MELAP und LEADER. In der letzten Zeit habe man aber gemerkt, dass Maier ein bischen müde geworden sei, wohl wegen der angeschlagenen Gesundheit.

„Wir hatten stets ein gutes Verhältnis“, bestätigt auch Günther Moser, der seit drei Jahren zweiter Vorsitzender des Kirchengemeinderates ist. Viele Termine, wie zum Beispiel Besuche bei Goldenen Hochzeiten oder runden Geburtstagen, habe man gemeinsam wahr genommen. In der Diskussion um den Umzug des Kindergartens in die Schule sei Maier immer hinter der Kirche gestanden.

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