Newsdesk: ZAK-Redaktion wurde neu möbliert
In eigener Sache: Neue Nachrichten-Organisation schafft Ruhe und Freiräume – Stolpersteine der Startphase bewältigt
Albstadt/Balingen, 06.03.2010 von Karl-Otto Müller
Alle Nachrichten müssen auf den Tisch. Und zwar auf den einen und einzigen in der Redaktion. Keine einfache Aufgabe für eine Lokalredaktion, die eigentlich aus zwei Redaktionsstuben besteht, dem ZAK in Balingen und dem ZAK in Ebingen.
Ein Tisch. Wo der zu stehen hat, das diktiert die Technik des Hauses. In Balingen. An diesem Tisch laufen die Drähte zusammen.
Es ist der Nachrichtentisch, neudeutsch eben Newsdesk. Hier werden täglich gut 300 Email-Nachrichten empfangen, gesichtet, bewertet, bearbeitet und schließlich ins Blatt gehoben. Von einem kompetenten, geübten, erfahrenen Team. Vier Kollegen entschieden sich für diesen Platz. Kollegen, die wissen, wo Benzingen und Bickelsberg ist, die wissen, wie der amtierende Landrat, wie die Bürgermeister heißen. Die erfahren sind, Nachrichten zu gewichten. Die mit Kollege Computer auf Du und Du sind. Mit dem Gespür für das gute Bild, den wichtigen Bildinhalt, die ansprechende Zeitungsseite. Keine einfache Aufgabe, allenfalls zeitlich ordentlich geregelt gegenüber der ihrer „rasenden Reporter-Kollegen“.
Intensive Diskussionen waren dieser empfohlenen Aufgabenteilung vorausgegangen, selbstredend hat die Scheu vor dem Neuen manch einem zur Vorsicht geraten. Drei Monate waren Ende Februar vorbei, durchaus zu erwartende Stolpersteine der Startphase sind bewältigt.
Das crossmediale Arbeiten funktioniert – für beide Seiten. Die Kollegen am Newsdesk, nennen wir es Zentrale Produktion (ZP), haben ihren Rhythmus gefunden: Täglich zehn Seiten für vier Mann, respektive Frau. Der kürzest-denkbare Weg der Kommunikation im kollegialen Nebeneinander oder Gegenüber. Der Überblick über die tägliche Nachrichtenflut von Benzingen bis Bickelsberg.
Ihnen zur Seite das Team der Reporter, der Berichterstatter, der Außendienstler. Frei von technischem Gestaltungskram, von Layout-Experimenten – mit offenen Augen und offenen Ohren für ihre Umgebung. Mit der Muße für die Geschichte, für das Bild, für das Gespräch, die Recherche, das Ein- und Nachhaken, wo es früher unter Umständen auf der Strecke blieb. Noch intensiver, als er vorher jedem einzelnen möglich war, kümmern sie sich nun um ihre Reviere, Rosenfeld, Geislingen und Schömberg, Winterlingen, Bitz und Meßstetten, natürlich um die beiden Mittelzentren Albstadt und Balingen. Überall, wo unsere Leser zu Hause sind.
Ja, es findet so etwas wie Spezialisierung statt. Wie vielfach in Berufsgruppen, beispielsweise den Ärzten, die sich nur noch selten als Allgemeinmediziner, viel lieber als Fachärzte sehen. Was ganz bestimmt der immer komplexer werdenden Medizin geschuldet sein muss. Nicht anders geht es unserem Berufsstand.
Gewinner müssen am Ende Sie, unsere Leser sein. Die mit dem „neu-möblierten“ ZAK die noch aktuellere Zeitung in Händen halten können. Unsere Albstädter Redakteure haben dies in dieser Woche mit ihrer aktuellen Berichterstattung über die angekündigten Rücktritte ihrer Bürgermeister bestens bewiesen, Daniel Seeburger mit Berichten über den geplanten Mega-Knast.
Die Kollegen Dagmar Stuhrmann, Rolf Bitzer, Holger Much, Volker Schweizer und unser jüngstes Redaktionsmitglied Helen Weible, sie sind mehr denn je Ansprechpartner in Albstadt für Leser und Mitarbeiter – Rosalinde Riede, Zora Bombach, Frank Engelhardt, Klaus Irion und Andreas Westerhausen in Balingen.
Wir wollen den Tag nicht vor dem Abend loben, doch wir dürfen durchaus stolz auch festhalten, dass dank Engagement und Disziplin aller Kolleginnen und Kollegen etwas funktioniert, wovor andernorts ganze Redaktionen kapituliert haben: Erst im Miteinander des Mannschaftssport macht uns das Zeitungsmachen richtig Spaß. Wir hoffen, Sie spüren dies.
