Xynthia verwüstet Geislinger Gärtnerei

Zollernalbkreis ist am Sonntag mit einem blauen Auge davon gekommen – Sturm verschont Royan

Zollernalbkreis, 02.03.2010

Anzeige
Der Zollernalbkreis ist am Sonntag mit einem blauen Auge davon gekommen. Die Schäden, die das Sturmtief „Xynthia“ hinterließ, bleiben überschaubar. Außer in Geislingen.

Die Gärtnerei Hauser war vom Sturm „Xynthia“ so stark betroffen, dass das gesamte „Erika-Feld“, auf dem die Heidepflanzen im Juni gepflanzt werden sollten, zerstört wurde. „Es ist frustrierend“, so Albrecht Hauser, Geschäftsführer der Gärtnerei Hauser. Der Materialwert, der sich auf etwa 20 000 Euro beläuft, sei nicht so schwer wiegend wie die Arbeit, um den gesamten Schaden zu beheben. Gerade im Frühjahr durchleben die Gärtner die arbeitsintensivste Zeit, in der gesät und umgetopft werden muss. Durch den Sturm ist das Chaos perfekt. „Vier Wochen dauert es, um das Feld und die Gewächshäuser wieder in ihre ursprüngliche Form zu bringen“, sagt Albrecht Hauser. Das bedeutet zusätzliche Arbeit, die mehr Personal und Aufwand erfordert. In der benachbarten Gärtnerei hingegen, habe es keinerlei Schäden gegeben. Albrecht Hauser hatte am Sonntag versucht, mit Strohballen und Traktoren dem aufkommenden Sturm zu trotzen – vergebens.

Während man in Balingen, Albstadt und Umgebung gestern wieder zur Tagesordnung übergehen konnte, sitzt an der französischen Atlantikküste der Schock tief. Vor allem im rund 40 Kilometer nördlich von Balingens Partnerstadt Royan liegenden La Rochelle tobte der Sturm mit voller Wucht. Xynthia prallte mit Windgeschwindigkeiten bis zu 200 Kilometer auf die Küste. Die Altstadt wurde überflutet. Royan selbst wurde vom Sturm weit gehend verschont. Zwar habe es auch dort Sturmböen mit Geschwindigkeiten bis zu 160 Stundenkilometern gegeben, man sei aber mit einem blauen Auge davon gekommen, sagte gestern Balingens Sprecher Jürgen Luppold.

„Xynthia ist nicht vergleichbar mit dem Sturm Lothar vor elf Jahren“, erklärte gestern Landratsamtssprecherin Sabrina Stotz. Das Straßenbauamt habe keine gravierenden Sturmschäden zu verzeichnen. Es habe weder Sperrungen noch Behinderungen auf öffentlichen Verkehrswegen gegeben. Laut Auskunft des Forstamts sei der Sturm „Xynthia“ deutlich schwächer gewesen als der Sturm „Lothar“, der 1999 mit zerstörerischer Kraft über Süddeutschland zog und Waldgebiete im Zollernalbkreis heftig in Mitleidenschaft zog. Vereinzelt seien zwar Bäume umgestürzt, die Verbote, den Wald zu betreten, wurden aber von den Forstämtern schon bald wieder aufgehoben.

Auf den Zugverkehr hatte der Sturm keine Auswirkungen. Weder auf dem Schienenetz der HzL noch der DB kam es zu Zerstörungen.

Bei der Balinger Polizei gingen am Sonntag 45 Notrufe ein. Die Anrufer hätten umgestürzte Bäume und herabfallende Dachziegel gemeldet, informiert die Polizeidirektion. In Schömberg-Schörzingen habe eine Kaminabdeckung, die von einem Gebäude geweht wurde, ein geparktes Fahrzeug beschädigt. In Hechingen-Schlatt wurde ein Dach abgedeckt, in Jungingen fielen Ziegel von den Dächern, in Rangendingen knickte der Sturm eine Straßenlaterne um, in der Lindichstraße fiel ein Baum auf eine Telefonleitung, zwischen Weilheim und Wessingen blockierten umgestürzte Pappeln einen Verbindungsweg, ergänzt die Pressestelle der Polizeidirektion Balingen unseren gestrigen Bericht um weitere Schadensfälle. So drohten auf einem Parkplatz beim Nägelehaus in Onstmettingen Kabeltrommeln einen Abhang hinunter zu rollen. Auch auf dem Wanderparkplatz Neuweiler in Tailfingen machten sich leere Kabeltrommeln selbstständig und beschädigten einen Weidezaun. Auf der Landesstraße

L 433 zwischen Nusplingen und Egesheim beseitigte die Straßenmeisterei umgestürzte Bäume.

Optionen

Bilder (2)

Schlagworte

Ähnliche Artikel

Winter hält Polizei in Atem

Zollernalbkreis, 27.11.2010

Artikel lesen

Tornado rasiert Schneisen in Wälder

Zollernalbkreis/Sigmaringen, 28.08.2010

Artikel lesen

Wetterchaos im Schlichemtal

Zollernalbkreis / Schlichemtal, 05.07.2010

Artikel lesen

Extremes Wetter legt Alb lahm

Zollernalbkreis, 10.03.2010

Artikel lesen

„Xynthia“ endet glimpflich

Zollernalbkreis, 01.03.2010

Artikel lesen
Anzeige

PROBE LESEN

ONLINE ZEITUNG