Mit der Fasnet ist’s vorbei

Die Albstädter Narren sagen laut „Adieu“ – Kinderumzug ums Schloss

Albstadt-Ebingen, 17.02.2010

Wehklagen und Zähneklappern: Mit der Fasnet ist’s nun vorbei. In Albstadt wurde sie gestern Abend in vier Stadtteilen traurig zu Grabe getragen. In Lautlingen duften sich die Kinder noch einmal amüsieren.

Und wieder einmal heißt es: „Am Aschermittwoch ist alles vorbei...“. Die Fasnet 2010 ist Geschichte. Gestern wurde sie an vielen Orten zu Grabe getragen, verbrannt oder verabschiedet.

Auch in den närrischeren Stadtteilen Albstadts wurde gestern Abend mehr oder minder laut „Adieu“ gesagt. Schließlich sind die „tollen Tage“ gezählt, und was ein echter Fasnetsnarr ist, dem geht die Abwesenheit von bunten Umzügen, knorrigen Masken, von Brauchtum, Konfetti und lauter Guggenmusik natürlich gehörig ans Herz.

So mußte in Ebingen der schreckliche dunkle Teufel mit den furchterregenden Hörnern, bedauert von seinen Hexen und den anderen Ebinger Narrengesellen, ab in den Sarg, aus dem er erst wieder in einem Jahr erwachen wird. Zudem mußte dann auch das Zeichen närrischer Macht in der fünften Jahreszeit, der Narrenbaum, fallen. Auch in Tailfingen wurde die Fasnet verabschiedet, melodramatisch mit Rauch und Flammen. Denn traditionsgemäß verbrannten die Schmiechataler ihren „Hoppediz“ ebenfalls am Fasnetsdienstag, und der Klang der Schmiechafetzer klang traurig durch die Tailfinger Ortsmitte.

Geraucht hat es auch in Margrethausen. Denn die dortigen Runkelriabaweible mussten sich ebenfalls schweren Herzens von der Fasnet verabschieden, die knisternd in der Margrethausener Ortsmitte, unweit des Narrenstübles, in Flammen aufging. Danach trauerten die Runkelriabaweible noch etwas in ihrem Vereinsheim.

Auch in Lautlingen ging es langsam aber sicher zu Ende mit der wilden fünften Jahreszeit. Der „Hannes“ stieg in sein Fass zurück und übrig blieb nur ein wenig trauriges Konfetti und Luftschlangen im Schnee.

Denn zuvor hatten sich die kleinen Fasnetsfans noch einmal königlich amüsieren dürfen. Der Kinderumzug der Kübele-Hannes ist bei Jung und Alt beliebt. Fantasievoll verkleidete Kinder und manch eine verkleidete Mami machten das herzige Spektakel rund um das Lautlinger Schloss zu einem bunten Hingucker. Angeführt von der Musikkapelle und der Kübelehannes-Zunft, schlängelte sich der närrische Lindwurm vom Schlossparkplatz bis zur Festhalle, wo die kleinen Cowboys und Prinzessinnen bei der Kinderfasnet auf ihre Kosten kamen. In der Kürze liegt die Würze: Die Zuschauer, die sich bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen zuhauf am Straßenrand versammelt hatten, bekamen eine kompakte Mischung aus kreativ gestalteten Wagen und phantasievoll kostümierten Gruppen zu sehen. Mit dabei rot-bezopfte Wikinger, rosarote Schweinchen, süße Mickymäuse und sogar ein ganzer „Heahnerschdall“. Holger Much/

Dagmar Stuhrmann

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