Arbeiten im Urlaubsparadies
Ulrike Hartrampf ist „Guest Relations Managerin“ in Luxushotel auf den Malediven
Albstadt-Ebingen, 05.12.2009 von Dagmar Stuhrmann
Im September hat sie ihren Dienst im Nobelhotel „Shangri La's Villingili Resort & Spa“, das erst zwei Monate zuvor eröffnet worden ist, angetreten. Ulrike Hartrampf ist dort für die Betreuung der Gäste zuständig: „Ich kümmere mich um Beschwerden und um die Sonderwünsche unserer Gäste,“ erzählt die 30-jährige Ebingerin, die sich nach dem Abitur fürs Hotelfach entschieden hat. Da kann es dann schon auch mal sein, dass sie für einen mondänen weiblichen Gast das Hochglanz-Modemagazin „Vogue“ eigens vom Flughafen in Singapur einfliegen lassen muss, weil es das im Hotelshop nicht zu kaufen gibt. Oder dass sie für ein verliebtes Gäste-Paar einen exquisiten Jachtausflug mit eigenem Koch organisiert.
Für viele ihrer Gäste, erzählt Ulrike Hartrampf, spielt Geld keine Rolle. „Es ist mein Job, unseren Gästen das Gefühl zu geben, etwas ganz Besonderes zu sein.“ Dabei kann sie ihrer Phantasie, wenn es darum geht, den ihr Anvertrauten Gutes zu tun, freien Lauf lassen. Je ausgefallener, desto besser, ist die Devise. Ihre Lehre als Hotelfachfrau hat Ulrike Hartrampf im Parkhotel St. Leonhard in Überlingen absolviert. Danach ging's für sie schlagartig mit der Karriere bergauf: Vom „Intercontinental“ in Hamburg wechselte sie innerhalb der Kette nach Abu Dhabi und von dort nach Wien. Die letzte Etappe vor den Malediven war das Fünf-Sterne-„Ring-Hotel“ in der österreichischen Hauptstadt, wo sie in dem Grand-Hotel-Ableger als „Front Office Managerin“ für die gesamte Rezeption verantwortlich war.
Arbeiten im Urlaubsparadies – das wünschen sich viele. Schaut man allerdings hinter die Kulissen, dann sieht's doch etwas anders aus. „Ich habe im Normalfall einen 14-, 15 Stunden-Tag und eine Sechs-Tage-Woche,“ sagt die junge Guest Relations Managerin, „und eigentlich keine Freizeit.“ Kein Feierabend-Sonnenbad am weißen Traumstrand, kein Schnorcheln in kristallklaren Ozean? „Nein, leider klappt das nur selten,“ lacht Ulrike Hartrampf. „Es gibt zwar einen Strand für die Mitarbeiter, aber so richtig ausspannen kann ich auch dort nicht.“ Das liegt daran, dass das „Shangri La“ ein Mikrokosmos mit eigenen Gesetzen ist. Das Hotel liegt auf einer kleinen Insel – drumherum ist nicht viel, außer wunderschönen Palmenstrand- und Meer-Postkartenmotiven. Für ihre Gäste muss Ulrike Hartrampf rund um die Uhr erreichbar sein. „Falls es ein Problem gibt,“ sagt sie, „muss ich sofort da sein.“
Neben „Königen und Prinzessinnen“ sind auch schon zahlreiche andere „Promis“ in dem neuen Traum-Hotel abgestiegen. „Robbie Williams war noch nicht dabei, auf den warte ich noch,“ scherzt Ulrike Hartrampf. Namen darf sie natürlich keine nennen, das versteht sich von selbst, denn die illustre Gästeschar legt Wert auf Privatsphäre und absolutes Abschalten in der Insel-Idylle.
„Es ist sehr spannend, viele verschiedene Menschen kennenzulernen.“ In Sachen Menschenkenntnis kann Ulrike Hartrampf inzwischen wohl so schnell auch niemand etwas vormachen. Manchmal muss sie sich mit Allüren herumplagen, aber: „Ich bin immer wieder verblüfft, wie unkompliziert und höflich auch die meisten prominenten Gäste sind.“
Natürlich gehört es auch zu ihrem Beruf, dass sie immer gut gelaunt ist. Kann man lächeln, wenn man sich mies fühlt? „Das lernt man,“ sagt Ulrike Hartrampf. Ihr fällt es vielleicht nicht ganz so schwer, weil sie ein fröhlicher Mensch ist. Den ersten Heimflug hat sie genutzt, um „Dinge, die ich auf den Malediven nicht brauche, zurückzubringen, und dafür das, was ich brauche, aber nicht dabei hatte, mitzunehmen.“ So hatte sie beim Herflug jede Menge Klamotten im Koffer, die sie im Hotel nicht anziehen kann. „Ich trage ja bei der Arbeit eine Uniform.“ Und wenn es heute wieder Richtung Malediven geht, dann hat sie „jede Menge Kosmetikartikel“ – für die gesamte Hotelcrew – mit im Gepäck, etliche Haribo-Tüten, Bücher und DVDs – für ihren einzigen freien Tag in der Woche...
