Balingen, 07.08.2009

Schnelles Internet per Funk?

Balingens weiße Flecken auf der Daten-Überholspur sollen getilgt werden

Funk-Lösung oder unterirdisch verlegen? Balingens weiße Flecken in Sachen schnelles Internet sollen in den kommenden Monaten getilgt werden. Die Diskussion über das Wie ist bereits in vollem Gange.

Die Kernstadt Balingen hat es, Ostdorf, Endingen, Weilstetten, Frommern, Zillhausen und Streichen haben es auch. Die Rede ist vom „schnellen Internet“. Doch noch ist bei weitem nicht Gesamt-Balingen mit Megabit-schweren Datenpaketen gesegnet. „Wir sind derzeit dabei, die weißen Flecken abzuarbeiten“, sagt der städtische Wirtschaftsförderer Matthias Demmer. Denn noch gilt es Teile von Dürrwangen, Stockenhausen, Roßwangen, Erzingen, Heselwangen und Engstlatt ans „schnelle Internet“ anzuschließen. Für den Wirtschaftsförderer von besonderer Wichtigkeit dabei: Abgehängt sind bislang auch Betriebe im Engstlatter Gewerbegebiet „Grund“, und auch das derzeit im Aufbau befindliche Gewerbegebiet „Rote Länder“ in Weilstetten will versorgt sein.

Dabei ist der Weg zum Breitbandkabel oder zum Lichtwellenleiter – „das schnellste, was derzeit im Boden vergraben werden kann“ (Harald Eppler, technischer Leiter der Balinger Stadtwerke) – gar nicht so leicht. Denn die beiden bereits in Balingen weiträumig ansässigen Unternehmen T-Online und Kabel BW sind nach Epplers Aussage „zur Zeit sehr zurückhaltend“. Das bekam Wirtschaftsförderer Matthias Demmer auch zu spüren, als er – den EU-Normen gemäß – versuchte, die regional Tätigen Internet-Anbieter zum Netzausbau zu bewegen. Es gab nur absagen.

In einem zweiten Schritt schrieb Demmer den möglichen Auftrag dann offiziell aus – Vermerk über einen städtischen Zuschuss inklusive. Und siehe da: Vier Unternehmen gaben ein Angebot ab. Günstigster Bieter ist die Firma „Neckar Com“, eine Tochter des Energie-Konzerns EnBW. Die Crux an der Sache: Neckar Com würde die weißen Flecken auf der Balinger Schnelles-Internet-Landkarte per Funk tilgen. „Der Vorteil an diesem Angebot ist, es könnte innerhalb weniger Monate umgesetzt werden“, sagt Eppler.

Im Frommerner Ortschaftsrat wurde kürzlich über die Funklösung gesprochen. Ortsvorsteher Hans Uhl verwies auf die „Clearingstelle BW“, die sich im Auftrag des Landes Baden-Württemberg um „Neue Medien im ländlichen Raum“ kümmert. Von dort seien positive Signale bezüglich der Funk-Lösung ausgegangen. Mit ihr sei ein Datenfluss von ungefähr drei Megabit/Sekunde erreichbar. Nachteil des Angebots: Die Technologie benötige Funkmasten in den jeweiligen Ortschaften. Die Diskussion über Funkwellen und den damit einhergehenden womöglichen Gesundheitsschädigungen sind bereits absehbar. Nach der Sommerpause werden sich weitere betroffene Ortschaftsräte und anschließend der Gemeinderat in seiner September- oder Oktobersitzung mit dem Thema befassen.

Sollte sich der Gemeinderat letztlich gegen eine Funk- und für eine unterirdische Rohrverlegungs-Lösung entscheiden, wäre das vielerorts für die Balinger Stadtwerke kein Problem. „Überall wo bei uns Tiefbauarbeiten im Gange sind, wird stets vorsorglich ein Lehrrohr eingezogen“, sagt Eppler. So auch auf der derzeitigen Baustelle im Engstlatter Gebiet Leimbergstraße, Sonnenbergstraße. Aber auch auf der Baustelle „Rote Länder“. Das Lehrrohr mit Lichtwellenleitern zu bestücken, würde zwar mehr Zeit in Anspruch nehmen als die Funklösung, sei vom Aufwand her aber kein Problem. „Wenn wir Anfang- und Endpunkt genau wissen, können die Leiter ohne großen straßenbaulichen Aufwand in die Rohre verlegt werden“. Das jeweilige Telekommunikationsunternehmen tritt dann als Mieter der Stadtwerke-Rohre auf.

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