Wie man richtig auf Pöbelei und Provokation reagiert, zeigten Schüler aus Frommern im Training mit Beamten der Polizeidirektion Balingen. Foto: gs

Balingen, 24.07.2009

Breites Netzwerk gegen Gewalt in den Schulen

Am Gewerbeschulzentrum Balingen: Präventionstag des Regierungspräsidiums für über 150 Fachleute

image
Mobbing, Diebstahl, körperliche und verbale Gewalt passieren auch auf dem Schulhof und im Klassenzimmer. Im Regierungsbezirk Tübingen soll das Netzwerk der Vorbeugung enger gespannt werden.

Im Gewerbeschulzentrum Balingen trafen sich gestern 150 Fachleute zum ersten Gewaltpräventionstag. Schulverwaltung und Polizei arbeiten auf Ebene des Regierungsbezirks schon seit 2001 an Konzepten, um der Gewalt zu begegnen und vorzubeugen. Mit dieser Veranstaltung werde dennoch Neuland betreten, informierten Abteilungsleiterin Dr. Susanne Pacher und Polizeipräsident Dietrich Moser von Filseck gestern im Gespräch mit der Presse. Ziel sei, alle Gruppen, die an der Basis mit Gewaltprävention befasst sind, zu vernetzen: Lehrer, Schulpsychologen, Schulsozialarbeiter, die Jugendsachbearbeiter der Polizei.

Jede Schule müsse ihren eigenen Weg finden, wie sie mit dem Thema umgeht. Einen Königsweg gebe es nicht, betonte Dr. Pacher. Die Schulen jedenfalls, ergänzte sie, seien gegenüber dem Thema sensibler geworden.

Vorbeugen ist besser als heilen - die viel zitierte und vielseitig anwendbare Volksweisheit greift auch bei der Polizei. „Prävention ist für uns ein zentrales Thema“, so von Filseck - und besser, als den Strafrichter zu brauchen. Gewalt habe viele Gesichert, verwies er auf das oftmals nicht bewusste Gefahrenpotenzial der neuen Medien. Eltern und Schule müssten auch auf der Hut sein vor rechtsextremistischem Gedankengut. Verpackt in Musik, stoße es bei jungen Leuten auf erschreckend offene Ohren. Ob die Maßnahmen gegen Gewalt greifen ? Der Polizeipräsident blieb in seiner Einschätzung vorsichtig. Im Regierungsbezirk sei im Vergleich der Jahre 2007 und 2008 die Gewaltkriminalität um zehn Prozent zurückgegangen - auch bei den jugendlichen Tätern unter 21 Jahren. Der Trend setzte sich fort. Das deute darauf hin, dass die vielfältigen Maßnahmen zur Eindämmung der Jugendkriminalität Wirkung zeigten. Nach wie vor sei Gewalt männlich geprägt, nannte er eine Quote von 90 Prozent. Aber sie kippe. Der Anteil von Mädchen, die gewalttätig und straffällig werden, nehme zu.

In die Schule würden auch Konflikte von außen hereingetragen, nannte Eugen Straubinger, der Leiter des Gewerbeschulzentrums, einen weiteren Aspekt, der Intervention notwendig mache - im konkreten Fall ging es um Auseinandersetzungen zwischen türkischen und kurdischen Jugendlichen. An der Schule laufe seit längerem ein Gewaltpräventionsprojekt im Berufsvorbereitungsjahr.

Der Präventionstag bot den Teilnehmern aus den Landkreisen Zollernalb und Sigmaringen in Vorträgen und Workshops Einblicke in ganz unterschiedliche Projekte. Der Bogen spannte sich von sozialem Training über Strategien gegen häusliche Gewalt bis zum Thema Feiern ohne Alkoholexzesse.

Kommentare unserer Leser

Mit dem ZAK Smile-Abo...

...haben Sie gut lachen.
Die ersten 3 Monate für nur 14,- €/Monat. mehr...

Singlebörse