Das sagen die Winterlinger Bewerber

Winterlingen, 30.05.2009

Anzeige

Für die Bürgerliste, Heiner Schuler, 58 Jahre, Dipl. Sozialpädagoge (FH):

Der Schuldenstand der Gemeinde Winterlingen beläuft sich zu Jahresbeginn 2009 – eingerechnet die sogenannten rentierlichen Schulden – auf zirka 5,807 Millionen Euro. Die in den letzten Jahren getätigten Investitionen waren aus energetischer, umwelttechnischer und pekunärer Sicht richtig, sinnvoll und für die Entwicklung der Gemeinde unerlässlich. Zurecht hat der Gemeinderat zusätzliche Investitionen im Rahmen des Konjunkturpaketes II beschlossen, obwohl – sollten dafür keine Ausgleichsstockmittel gewährt werden – daraus weitere zirka 109 000 Euro als zu finanzierender Eigenanteil aus den Rücklagen entnommen werden müssten. Das Steuerkraftaufkommen unserer Gemeinde liegt derzeit bei 757,68 Euro pro Einwohner; Tendenz fallend. (Vgl.: Landesschnitt 1091 Euro). Ergo eher düstere Zeiten.

Mit Sicherheit werden sich Verwaltung und Gemeinderat in den Haushaltsberatungen der nächsten Jahre verstärkt auf die Erledigung der Pflichtaufgaben konzentrieren müssen. Unerlässlich dabei, die freiwilligen Aufgaben eng auf deren Finanzierbarkeit hin zu überprüfen. Soweit derzeit überschaubar, sind zum Ende des Jahres 2010 die gewichtigsten, die Gemeindekasse belastenden „Brocken“ weitgehend abge-schlossen. Zweifelsfrei wird die Gemeinde hernach auch weiter investieren müssen. Dies nicht zu tun wäre ein Rückschritt.

Wir wollen Winterlingen nach vorne bringen.

Für die Zukunft Winterlingen, Olaf Pott, 49 Jahre, Dipl. Fachwirt Marketing u. Vertrieb:

In Deutschland hat sich ein Schuldenberg von über 1,5 Billionen Euro angehäuft. Dafür allein werden 70 Milliarden Euro pro Jahr an Zinsen fällig. Alarmierende Zahlen, denn die Einnahmen sinken und die Ausgaben steigen weiter. Trotzdem werden von den Parteien wieder vollmundig Steuersenkungen und andere Wahlversprechen angekündigt. Doch diese Versprechen glaubt der mündige Bürger schon lange nicht mehr. Winterlingen muss sich für die Zukunft richtig positionieren. Dafür ist sicherlich noch so manch finanzielle Anstrengung zu meistern – aber bitte nur mit Sinn und Verstand.

Die Handlungsfähigkeit der Gemeinde darf durch eine zu hohe Zinslast auf gar keinen Fall eingeschränkt werden. Darum stellen wir jede Ausgabe auf den Prüfstand. Denn wir sind für zukunftsorientierte Investitionen in Winterlingen und gegen die sinnlose Verschwendung von Steuergeldern.

Es geht nicht darum irgendwelche „Denkmäler“ zu errichten und reine Prestigeprojekte voran zu bringen, sondern darum, eine funktionierende Infrastruktur zu erhalten, bzw. zu schaffen. Die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen und die mittelfristige Reduzierung von Energiekosten stehen hier ganz oben auf der To-do-Liste. Wir tragen Verantwortung für unsere Kinder, Enkel und Urenkel. Dieser Verantwortung werden wir nur durch die effektive Nutzung der vorhandenen Mittel gerecht.

Für die Frauenliste die Vorsitzende Eleonore Wiehl, 51 Jahre, Rektorin:

Berücksichtigt man zu unserem Schuldenstand von 3,5 Mio Euro noch den Schuldenstand unseres Wasserwerks von zirka 1 Mio Euro sowie die beschlossenen Maßnahmen von zirka 1,6 Mio Euro, so erübrigt sich die Frage „Sparen oder investieren?“. Aufgrund der wegbrechenden Steuereinnahmen werden wir in den nächsten Jahren alle Mühe haben, einen genehmigungsfähigen Haushaltsplan aufstellen zu können. Vor diesem Hintergrund hat die Frauenliste gegen den Bau einer Kinderkrippe gestimmt. Praktikable Alternativen sind unserer Meinung nach nicht ausreichend diskutiert worden. Weitsichtig agiert die Gemeinde bei der Sanierung unserer Schulen, da die Investition in Bildung die wohl nachhaltigste ist. Genauso sinnvoll sind Investitionen in erneuerbare Energien; hier könnten wir uns weitere Photovoltaikanlagen, evtl. mit Bürgerbeteiligung vorstellen.

Zur Konsolidierung unserer Finanzen würde eine verstärkte Kooperation mit Nachbargemeinden (Synergieeffekte, z.B. durch gemeinsame Anschaffungen) beitragen. Aus Verantwortungsbewusstsein nachfolgenden Generationen gegenüber müssen wir den Gürtel enger schnallen, das Vorhandene erhalten, unterhalten und optimieren und eventuell bereits geplante Projekte nochmals auf den Prüfstand stellen.

 

Anzeige
Anzeige

PROBE LESEN

Der ZAK bei Facebook