Nach Klatsche wieder in argen Nöten

Bundesliga: Aufsteiger HBW Balingen-Weilstetten kassiert eine Zehn-Tore-Niederlage beim VfL Gummersbach

Gummersbach, 21.05.2007

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Die Relegation droht. Der HBW Balingen-Weilstetten zog wenig überraschend beim VfL Gummersbach mit 28:38 (15:19) den Kürzeren und schwebt nun wieder in akuter Abstiegsgefahr.

Beim VfL Gummersbach gab es für den HBW Balingen-Weilstetten am Samstagabend erwartungsgemäß nichts zu erben. Mit 28:38 verloren die Eyachstädter im Bergischen deutlich und schweben urplötzlich wieder vor in großer Gefahr, den Klassenerhalt nur über die Relegationsspiele zu erreichen.

Bereits die letzten zwanzig Minuten im Spiel gegen den TuS N-Lübbecke (27:27) haben überdeutlich vor Augen geführt, dass der dicht gedrängte Spielkalender – mit zwei „englischen Wochen“ in Folge – die Spieler von Balingen-Weilstetten an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gebracht hat. Insofern war die Erwartungshaltung gegen den VfL Gummersbach, dessen Mannschaft sich aus einer Ansammlung von international erfahren Vollprofis zusammensetzt, bei den Schwaben nicht all zu hoch, zumal der Altmeister mit einem Auge nach wie vor Richtung Champions League schielt, aber dazu sein komplettes Restprogramm erfolgreich absolvieren muss.

Das einzige was sich HBW-Trainer Dr. Rolf Brack von seiner Mannschaft erhoffte, war die Niederlage in Grenzen zu halten, um das bislang bessere Torverhältnis im Vergleich zu Mannschaften wie der HSG Wetzlar nicht einzubüßen.

Vor den Augen von Bundestrainer Heiner Brand war der Auftakt beim haushohen Favoriten aus Sicht der Balinger sogar richtig vielversprechend. Die Gummersbacher Abwehr hatte sichtlich Probleme mit dem HBW-Angriff und folgerichtig gingen die Eyachstädter durch Tore von Martin Strobel, Chi-Hyo Cho und Wolfgang Strobel mit 3:1 in Führung. Der von Anfang an im HBW-Gehäuse stehende Milan Kosanovic zeigte gute Reflexe und konnte einige Würfe, die durch die Balinger Abwehrreihen hindurch kamen, entschärfen.

Zwei Treffer von Sascha Ilitsch brachten den Underdog zur Freude der mitgereisten HBW-Fans in der siebten Spielminute sogar mit 5:2 nach vorne. Bis dahin gelang es auf Seiten der Hausherren lediglich Momir Ilic und Daniel Narcisse die Balinger Abwehr und Torhüter Kosanovic zu bezwingen.

Erst eine etwas fragwürdige Zeitstrafe gegen Chi-Hyo Cho, der Sekunden zuvor seine Mannschaft noch per Strafwurf mit 9:7 in Führung geworfen hatte, konnte der Favorit durch Narcisse, Ilic und Robert Gunnarsson zum 9:9-Ausgleich nutzen. Wieder vollzählig auf der Platte holten Wolfgang Strobel vom Kreis und Chi-Hyo Cho aus dem Rückraum die Führung für die Eyachstädter nochmals zurück. Aber bereits zu diesem Zeitpunkt war zu erkennen, dass der VfL Gummersbach den Gästen physisch und psychisch überlegen ist. In der HBW-Abwehr fehlte mehr und mehr die Abstimmung und auch im Angriff wurde die letzte Konsequenz vermisst. Trainer Dr. Rolf Brack versuchte mit Auswechslungen und Umstellungen der Balinger Abwehr wieder zur notwendigen Stabilität zu verhelfen und im Angriff mit frischen Leuten den Schwung der Anfangsphase wieder zu finden. Gegen die jetzt aber routiniert aufspielenden Hausherren verpufften diese Maßnahmen zusehends und der VfL setzte sich um Tor um Tor ab.

Beim Stande von 19:15 ging es in die Kabinen und auf Seiten des HBW-Fanclubs „Die Hartgesottenen“, der die Mannschaft bisher zu jedem Auswärtsspiel begleitet hat, waren die Hoffnungen auf einen Überraschungscoup im Bergischen quasi auf den Nullpunkt gesunken. Zu dominant und überlegen präsentierte sich der VfL Gummersbach in der Schlussphase.

Beim 27:19 in der 42. Spielminute deutete es sich bereits an, dass das Vorhaben, die Niederlage in Grenzen zu halten, wohl auch nicht in die Tat umgesetzt werden kann.

Im Gefühl des sicheren Sieges begann auch VfL Trainer Alfred Gislason seine erste Sieben, die bis dahin nahezu durch gespielt hatte, etwas zu schonen und schickte Akteure aus der zweiten Reihe aufs Parkett. Das nutzte der HBW konsequent aus und verkürzte innerhalb von vier Minuten auf 27:23. Schnell erkannte der VfL-Coach, dass ein oder zwei weitere Treffer den bereits geschlagen geglaubten Gegner nochmals ins Spiel zurück bringen könnten und beendete das Aufbäumen der Schwaben mit der Grünen Karte für eine Auszeit.

In dieser Unterbrechung stellte er seine Mannschaft neu ein und schickte seine arrivierten Stars wieder auf die Platte. Die zeigten dem Aufsteiger schnell wieder die Grenzen auf und ließen bis Schlusspfiff keine Chance ungenutzt, ihr eigenes Torverhältnis zu verbessern. Dabei hatten sie es jetzt relativ einfach, denn nach dem kurzen Strohfeuer, Mitte der zweiten Halbzeit, passte in der HBW-Abwehr überhaupt nichts mehr zusammen.

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