Es herrscht immer noch Funkstille

Grupp ist noch nicht besänftigt

Burladingen, 18.08.2004

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Im Streit um die Werbe-T-Shirts des Landes hat Trigema-Chef Wolfgang Grupp einen klaren Punktsieg gegen die Landesregierung eingefahren. Allerdings herrscht nach wie vor Funkstille zwischen dem Burladinger Unternehmer und Erwin Teufels Imagewerbern.
"Bis jetzt ist noch kein Mensch auf mich zugekommen", sagte der zurzeit in seinem Allgäuer Landhaus urlaubende Textilunternehmer aus Burladingen in einem Telefongespräch. Von daher ist sein Ärger über den Ministerpräsidenten und dessen Werber noch nicht ganz verflogen.

Zwar, so hat Wolfgang Grupp in der Zwischenzeit schon mehrfach betont, erwarte er keine Entschuldigung aus Stuttgart. Auf ein klärendes Gespräch, in dem nach Möglichkeit die Konditionen für eine Trigema-Lieferung von "Wir können alles. Außer Hochdeutsch"-T-Shirts und auch Mützen ausgehandelt werden, setzt der Trigema-Inhaber aber schon. "Wenn die Landesregierung auf mich zukommt, bin ich sicher, dass wir eine positive Lösung finden", sagt Wolfgang Grupp.

Wie bereits im überregionalen Teil berichtet, hat Baden-Württembergs Finanzminister Gerhard Stratthaus (CDU) Fehler bei der Vergabe von Aufträgen für Werbeartikel zur Imagekampagne des Landes eingestanden und auch angekündigt, dass T-Shirts und Mützen in Zukunft von Firmen aus dem Ländle produziert werden sollen.

Punktsieg erreicht

Bisher waren sie "Made in China", was Trigema-Chef Grupp zu einem erbosten Brief an Teufel veranlasst hatte. Genugtuung über den Punktsieg, den viele Bürger aus dem Landkreis mit Leserbriefen begleiteten, in denen sie Partei für den Trigema-Chef ergriffen, kann Wolfgang Grupp nicht verhehlen. "Ich habe mindestens erreicht, dass man in Stuttgart erkannt hat, dass man nicht für Baden-Württemberg werben kann, indem man Produkte einsetzt, die im billigsten Ausland gefertigt wurden", sagt der Trigema-Chef. Und wundert sich, dass es seines Protestes bedurfte, um das zu erkennen. Würde man den Slogan "Wir können alles. Außer Hochdeutsch" auf einem Auto spazieren fahren, dann käme, so meint Grupp, doch auch nur ein Mercedes oder ein Porsche in Frage - und nicht etwa ein Hyundai oder Toyota.

Was Grupp nach wie vor "am meisten stört", ist die Tatsache, dass bei der Imagekampagne des Landes offenkundig "Geld keine Rolle spielt", sprich dass sich die Regierung den "Irrsinn" eines Zwischenhändlers leistet, der an dem ganzen Geschäft gehörig verdiene. Wenn ein in China billigst gefertigtes T-Shirt im Internet für 12,50 Euro verkauft werde, "dann haben sich einige die Taschen ordentlich voll gestopft", ist Grupp überzeugt. Genau dieses Geld, das an PR-Leute, Importeure und Zwischenhändler ausgegeben werde, könnte nach Grupps Ansicht dafür verwendet werden, einen höheren Einkaufspreis für im Land hergestellte Produkte zu bezahlen. Wobei der Trigema-Chef sicher ist, dass ein in Burladingen oder Rangendingen produziertes T-Shirt auf dem Markt nicht teurer sein muss: "12,50 Euro - zu diesem Preis hätten wir das auch gemacht und dazu noch die Logistik übernommen. Bei vollem Risiko und 100 Prozent made in Baden-Württemberg."
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