HBW unter Wert geschlagen
Handball-Bundesliga: Schwaben nach Pause mit bösen Schnitzern
Balingen, 09.02.2012 von Reinhard Linder
In eigener Überzahl leisteten sich die Schützlinge von Dr. Rolf Brack unmittelbar nach dem Seitenwechsel katastrophale Fehler und erlaubten den Gästen einen 6:1-Lauf. „Fünf schwache Minuten nach der Pause waren ausschlaggebend für die Niederlage“, legte Frank Ettwein den Finger in die Wunde. Das HBW-Urgestein hatte anstelle des mit einem Muskelfaserriss an der Wade ausgefallenen Kapitäns Wolfgang Strobel die Mannschaft aufs Feld geführt. Ebenfalls passen musste Regisseur Benjamin Herth, sein Stellvertreter Felix König konnte gestern Abend keinerlei Akzente setzen.
Überhaupt wirkte das Angriffsspiel des HBW Balingen-Weilstetten nicht variabel genug, um die Rhein-Neckar Löwen in der Defensive vor Probleme zu stellen. Beispielsweise bekam Rechtsaußen Dennis Wilke nicht einen Ball zugespielt, mit dem er etwas hätte anfangen können. Seine drei Treffer resultierten ausschließlich aus Siebenmetern. Wilke, der im Sommer zum Ligakonkurrenten TuS N-Lübbecke wechseln wird, machte kein Hehl daraus, dass er vor dem Anpfiff ein etwas komisches Gefühl gehabt habe: „Mein Kopf war nicht so frei wie sonst. Aber ich denke es war richtig, dass ich vor dem ersten Spiel in diesem Jahr die Entscheidung wegzugehen gefällt habe.“
Erfolgreichster Torschütze in der SparkassenArena war Nationalspieler Uwe Gensheimer, der Matthias Puhle und Martin Ziemer zwölfmal überwand. Sein eigener Keeper, Goran Stojanovic, habe hingegen nach der Pause hervorragend gehalten und so die Weichen auf Sieg gestellt, „diese Paraden haben uns am Anfang gefehlt, allerdings hat da auch unsere Abwehr ein paar Bälle durchgehen lassen“. Angesichts der Tatsache, dass einige Leistungsträger gefehlt und die Mannschaft mit nur neun Feldspielern angetreten sei, „können wir mit unserer Leistung zufrieden sein“. Trotzdem habe die Partie soviel Kraft gekostet, dass der Mannschaft zum Schluss einige Konzentrationsfehler unterlaufen seien, bedauern die Akteure der Rhein-Neckar Löwen.
Ein hervorragendes Spiel auf Balinger Seite hat Fabian Gutbrod gemacht. Sechs Tore erzielte er bei sieben Versuchen, mit denen er Mitte der zweiten Halbzeit noch einmal die Hoffnungen der Fans auf einen Punktgewinn aufkeimen ließ. „Aber die Rhein-Neckar-Löwen sind so eine abgezockte Truppe, dass sie nichts mehr anbrennen ließen“, äußerte er seinen Respekt vor dem Gegner. In der ersten Halbzeit sei es noch gelungen, die Partie offenzuhalten und Vieles von dem umzusetzen, was sich die Mannschaft vorgenommen habe, „aber dann haben wir uns zu viele Fehler geleistet und sind in die Konter gelaufen.“
Zu seiner eigenen Leistung meinte er, dass er so habe weitermachen wollen wie in der Vorrunde, und dass er in den vergangen Wochen hart an sich gearbeitet habe: „Aber ich kann mich nicht wirklich darüber freuen, dass es bei mit so gut funktioniert hat, weil wir die Punkte nicht geholt haben.
