Brautschau endet erfolglos
Gesammelte Geschichten aus Oberdigisheim: Gretel Gerda Friz stellt Heimatbuch vor
Messstetten-Oberdigisheim, 04.02.2012 von Jasmin Alber
Knapp 60 Erzählungen und Anekdoten hat Gretel Gerda Friz in den vergangenen Monaten gesammelt. Die „Geschichten, die das Leben schrieb“, wie auf dem Titel des Heimatbuches zu lesen ist, sind mal heiter und lustig, mal traurig oder stimmen nachdenklich. Rund eineinhalb Jahre hat die Autorin an dem Buch gearbeitet. „Es war eine Arbeit, die mir sehr, sehr viel Spaß machte und mich ganz erfüllte“, erzählte Gretel Gerda Friz bei der Buchvorstellung im voll besetzten Gasthaus „Grottental“.
Seit Sommer 2010 hat sie sich mich vielen Oberdigisheimern getroffen – in der Albvereinshütte oder bei Kaffee und Kuchen, am Telefon oder bei einigen Älteren auch Zuhause in der Stube. Manchmal habe sie auch einfach einen Zettel, auf dem eine Begebenheit notiert war, in ihrem Briefkasten gefunden.
Auf die Idee, eine Geschichtensammlung mit Ereignissen aus dem Ort zu sammeln, ist Gretel Gerda Friz damals durch einen Radiobeitrag gekommen. Dort habe man über eine Frau berichtet, die etwas Ähnliches ins Leben gerufen hatte. Dabei dachte sie sich: „Das machst du auch.“ Und nicht nur die Geschichten wurden von Gretel Gerda Friz gesammelt und zu Papier gebracht. Die Hobbykünstlerin hat außerdem einige der gesammelten Geschichten selbst illustriert.
Der Dank der Dorfchronistin galt vor allem den Erzählern, die ihr von den verschiedensten Begebenheiten im Dorf berichtet haben. „Ohne deren Bereitschaft hätte das Buch nicht entstehen können“, sagte Gretel Gerda Friz.
Ihr Neffe Manuel Dietrich unterstützte sie bei der technischen Gestaltung, dem Satz und der Umsetzung des Buches, das im Albstädter SP-Verlag erschienen ist. Ortsvorsteher Achim Mayer würdigte das Büchlein, in dem „Historisches für die Nachwelt festgehalten“ ist. Mit einem Augenzwinkern merkte er an, dass die Oberdigisheimer Ortschronik, die nur bis Ende der 1960er-Jahre festgehalten ist, auch fortgeführt werden könne – „wenn Dir langweilig wird...“
Die Autorin gab mit drei Geschichten einen Einblick in die Erzählungen aus dem Albdorf. Mit einer Geschichte aus der Zeit der französischen Besatzung, erzählt aus der Sicht eines Kindes, begann die kurze Lesung. Darin geht es um ein verstecktes Motorrad, ein beschlagnahmtes Radio und die erste Begegnung mit einem bis dahin unbekannten schwarzen Soldaten. Heiter wurde es bei der Anekdote über die Wette zweier Junggesellen über 40. Ihre Suche nach einer Ehefrau war nicht von Erfolg gekrönt. Dieses Scheitern nahm ein Kamerad der beiden zum Anlass, ein Gedicht an die damalige Tageszeitung zu schicken. Diese amüsanten Reimzeilen sind – wie andere Gedichte übrigens auch – ebenfalls im Heimatbuch festgehalten. Den Schluss krönte die sehr amüsante Erzählung vom jungen „Gustävle“, der beim Forellenklau vom strengen Lehrer erwischt wurde.
Info
Wer die „Oberdigisheimer Dorfgeschichten“ kaufen möchte, kann sein Exemplar im Meßstetter Rathaus, bei der „Alfa“- Buchhandlung, in den Filialen der Volksbank Heuberg, bei der Flaschnerei Clesle in Tieringen sowie bei der Autorin erwerben.
