Leserbrief

Schuld der Kirche wird verschwiegen

04.02.2012

Es ist das alte Motto, das aus den Ausführungen Pfarrer Vollmers zum Nahostkonflikt ertönt: „Die Juden sind an allem schuld“, natürlich auch am eigenen Unglück. Denn dass er die Ursache dafür von den Feinden Israels weg auf die Juden selber zurücklenkt, ist ein alter Trick der Kirche und der Judenfeinde in aller Welt.

Deshalb ist es für ihn auch nicht interessant, dass die 2000-jährige Leidensgeschichte der Juden die Vorgeschichte des heutigen Nahostkonflikts bildet. Sie haben 2000 Jahre lang um die Wiederaufrichtung Jerusalems und um die Heimkehr in ihr Land gebetet, unsägliche Leiden erduldet und sind dafür millionenfach gestorben.

Dass diese Leidensgeschichte auch das Fundament für den Holocaust bildet, übergeht er mit Schweigen. Dass zwischen Hitler und dem Großmufti von Jerusalem seit 1941 ein „Bündnis des Todes“ (so heißt ein Aufruf von Rosemarie Stresemann) bestand, das den Holocaust in der arabischen Welt fortsetzen sollte und dass zu diesem Zweck der bis dahin latente Judenhass aus dem Koran hochgeputscht wurde zu dem allerwärts ertönenden Demonstrationsmotto „Tod den Juden“, der heutigen Grundlage der arabischen Haltung im Nahostkonflikt, ist ihm vielleicht selber nicht bekannt. Denn an dessen Veröffentlichung waren bislang auch die deutschen Medien nicht interessiert, obwohl alle Fakten vorliegen. Dass sich aber Pfarrer Vollmer durch das Verschweigen der 2000 Jahre lang verübten Schuld der Kirche als dem Grundübel des heutigen Nahostkonflikts nun erneut schuldig macht, daran besteht kein Zweifel.

Gertrud Kircher,
Untere Bachstraße 133,
Tailfingen