Heftig gekämpft für den Radweg

Viele Zahlen und einige Neuigkeiten im Jahresbericht des Bürgermeisters

Nusplingen, 03.02.2012 von Volker Schweizer

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Nusplingen schrumpft etwas. Das geht aus den Zahlen hervor, die im Gemeinderat vorlegt wurden. „Der demografische Wandel wird uns immer mehr beschäftigen“, betonte der Bürgermeister.

Laut Statistischem Landesamt betrug die Einwohnerzahl Ende Juni 2011 1809. Nach der Bevölkerungsfortschreibung des Einwohnermeldeamtes hatte die Gemeinde Ende 2011 1826 Einwohner, 32 weniger als am 31. Dezember 2010.

Mit viel Zahlenmaterial wartete Alfons Kühlwein am Dienstagabend in seinem Jahresbericht auf. So gab es 2011 15 Geburten, im Jahr 2010 erblickten 22 Kinder das Licht der Welt. 17 Sterbefälle wurden verzeichnet, 2010 15. An der Kallenbergschule drückten 116 Kinder die Schulbank, im Vorjahr 122. Die Zahl der Rentenanträge ging von 54 auf 41 zurück.

Der Rück- und Ausblick war gepaart mit einigen Neuigkeiten. So wurde in den vergangenen Tagen der Feinbelag auf dem neuen Radweg zwischen Bärenthal und Nusplingen aufgebracht. Darüber freute sich der Bürgermeister ganz besonders, habe die Gemeinde für den Lückenschluss im Donautal doch jahrelang heftig gekämpft. Die offizielle Einweihung und Übergabe solle im Frühsommer erfolgen. Der neue Radweg zwischen Hartheim und Heidenstadt, der überraschend gekommen sei, werde erst in diesem Jahr fertiggestellt.

Eine Veränderung gibt es im Bauhof. Nach sechsjähriger Tätigkeit wechselt der bisherige Leiter Willi Schilling in die freie ?Wirtschaft. Sein Nachfolger wird Eberhard Dett.

Die Gemeinde und das Land nutzen die Wintermonate, im Rahmen des Flurbereinigungsverfahrens die Flächen neu zu verpachten. Vermessen und erschlossen ist das Schuppengebiet in Heidenstadt. Laut Bürgermeister wird bald der erste Bauherr aktiv. Im neuen Gewerbegebiet sei dagegen ein Investor abgesprungen. Als wichtigste Zukunftsinvestition nannte Kühlwein den Umbau der Grundschule in einen Kindergarten und den Anbau für die Kleinkindbetreuung. Die Gemeinde investiere rund 1,2 Millionen Euro und müsse dafür aller Voraussicht nach keine Schulden aufnehmen. Wenn alles klappe, werde mit der Maßnahme im Frühjahr begonnen. Bis zum Sommer 2013 sollte die Großbaustelle abgeschlossen sein.

Stolz sind die Nusplinger auf ihre Friedhofskirche. 33 Führungen hat der Förderverein durchgeführt. Für seine langjährigen Verdienste im Ehrenamt bekam Vorsitzender Herbert Schäfer die Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg verliehen. Außerdem machte St. Peter und Paul mit 14 Veranstaltungen auf sich aufmerksam. Im Geologischen Lehrpfad und im Geologischen Steinbruch zählten Dr. Gerd Dietl, Dr. Günter Schweigert, Peter Schött und Burkart Ruß 574 Besucher. Albguide Ruth Braun hat bei 14 Touren interessierten Teilnehmern die Schönheiten von Nusplingen und des Großen Heubergs gezeigt. Lobend erwähnte Alfons Kühlwein auch die Arbeit von Ortspomologe Walter Klaiber, der die 128 Bäume auf den öffentlichen Grundflächen aus- und zurückgeschnitten hat. Rund 750 Stunden wendeten die Fußballer und die jungen Sportler des TSV für die Pflege der Wacholderheiden im Gewann „Sichlingen“ und im „Steinbruchhau“ auf.

Sorgen bereiten Alfons Kühlwein die Auswirkungen der Bundeswehrreform. Die Entscheidung, die Kaserne dicht zu machen, treffe auch Nusplingen in mehrfacher Weise.

Abschließend kündigte der Rathaus-Chef an, dass die gemeinsamen Ferienspielen mit Obernheim dieses Jahr in Nusplingen stattfinden. Außerdem werde die Bäratalgemeinde wieder Etappenort bei der Sparkassen TRANS Zollernalb sein. Sein besonderer Dank galt den zahlreichen ehrenamtlich Tätigen in den Vereinen, sozialen Einrichtungen, in der Kirche und in der Gemeinde.


Blick in die Finanzen: Die Pro-Kopf-Verschuldung von Nusplingen liegt bei 56 Euro

Finanziell hat sich das Jahr 2011 für Nusplingen positiv entwickelt. Der Verwaltungshaushalt werde voraussichtlich eine Zuführung zum Vermögenshaushalt in Höhe von rund 300 000 Euro erwirtschaften, informierte Bürgermeister Alfons Kühlwein die Gemeinderäte am Dienstagabend in seinem Jahresbericht. Die deutliche Verbesserung resultiere aus der weiterhin positiven Entwicklung der Konjunktur, insbesondere aus Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer in Höhe von über 250 000 Euro.

Im Vermögenshaushalt waren laut Kühlwein mit Ausgaben von 948 000 Euro beachtliche Investitionen eingestellt, die über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre von 680 000 Euro liegen. Enttäuscht zeigte sich der Nusplinger Bürgermeister über die niedrig ausgefallenen Zuschüsse für das Kindergarten- und Krippenprojekt mit Vereinsräumen. Sie liegen in der Summe rund 200 000 Euro unter den Ansätzen. Alfons Kühlwein hofft daher auf eine höhere Förderung für den zweiten Bauabschnitt.

Mit 100 965 Euro stand Nusplingen Ende 2011 in den Miesen. Die Pro-Kopf-Verschuldung betrug 56 Euro. Laut Kämmerer Hans Hager wies die Rücklage zum 31. Dezember 2010 einen Stand von 1,23 Millionen Euro aus. Von der im Plan ausgewiesenen Entnahme in Höhe von 325 000 Euro werde man voraussichtlich rund 200 000 Euro benötigen.

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