„Eine kleine Gruppe voller Tatendrang“

Waldorfschulverein Zollernalb feiert das 25-jährige Bestehen seiner Freien Schule in Frommern

Balingen, 02.02.2012 von Klaus Irion

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Ein Vierteljahrhundert „Freie Waldorfschule Balingen“: Grund genug für den Trägerverein mit Schülern, Eltern, Lehrern, aber auch der Öffentlichkeit zurückzublicken, vorauszuschauen und zu feiern.

Am 20. September 1980 hat alles begonnen. An jenem Tag fanden sich in einer Balinger Gaststätte rund 60 Personen zusammen. Ihr gemeinsames Ziel: Die Gründung einer freien Schule. „Wir waren eine kleine Gruppe voller Tatendrang“, erinnert sich Ingrid Wischnewski. Eine Gruppe, die 1982 den Verein „Initiativkreis zur Förderung der Waldorfpädagogik im Zollernalbkreis gründete“ und vier Jahre später, genauer gesagt am 27. August 1986, mit 121 Schülern und acht Lehrern in einem ehemaligen Fabrikgebäude den Unterricht für die Klassen eins bis vier aufnahm.

Heute, 25 Jahre später, dient das Ursprungsdomizil als Werkbau. Ingrid Wischnewski, ehemals Lehrerin am Balinger Gymnasium, unterrichtet inzwischen seit vielen Jahren an „ihrer“ Schule. Denn das liegt ihr und ihrer Lehrerkollegin Maria Radetzki besonders am Herzen: Die Identifizierung aller Beteiligter mit der Balinger Waldorfschule. „Ein gewisses Extra-Engagement wird von Schülern, Eltern und Lehrern schon erwartet“, so Radetzki. Wer hier ist, sollte die Waldorfschule als Lebensraum begreifen. Das falle im Gegensatz zu den Gründungsjahren bei nun mehr über 400 Schülern nicht immer mehr so leicht. „Gleichwohl haben wir das ganze Schuljahr über viele Highlights“, freut sich die Eurythmie-Lehrerin.

Schüleranmeldungen haben die Balinger Waldörfler heutzutage mehr als sie im in den 1990er-Jahren errichteten Neubau unterbringen können. Denn nach wie vor ist die Schule einzügig. Ein großer Anbau und die Zweizügigkeit der Schule wird zwar schon seit Längerem diskutiert, „ist aber noch längst nicht spruchreif “, sagt Wischnewski. Dafür wäre das Lehrerkollektiv – „eine rektorale Struktur kennen wir bei uns nicht“ – dankbar über weitere Lehrerkollegen. Der Beamtenstatus und die höhere Entlohnung an staatlichen Schulen mache für manch einen jungen Lehrer, „der mehr als nur kurzzeitiges Interesse an der Waldorfpädagogik zeigt“, einen Wechsel oft wenig attraktiv.

Anders sieht es im Bereich der Erzieherinnen aus. „Diese erhalten bei uns dieselbe Entlohnung wie die Lehrer“, betont Radetzki. Das erhöht sicherlich das Zusammengehörigkeitsgefühl über die reine Nachbarschaft von Waldorfschule, Waldorfkindergarten und Waldorfkinderkrippe hinaus. Denn was vor 25 Jahren mit der Grundschule begann, ist heute ein regelrechter Waldorf-Campus mit einem Einzugsgebiet, das sich über den gesamten Zollernalbkreis und darüber hinaus erstreckt. „Wir haben zum Beispiel auch Schüler aus Sulz“, berichtet Wischnewski. Wie weit sich die Schülerströme etwas verlagern werden, wenn sich das noch junge Waldorfprojekt in Rottweil etabliert hat, wird sich zeigen.

Nun aber gilt es für den Balinger Waldorfschulverein, zunächst einmal sich selbst und sein 25-jähriges Bestehen zu feiern. Heute und morgen wird das noch schulintern vonstatten gehen. Am kommenden Samstag dann ist auch die breite Öffentlichkeit eingeladen.

Info

Die öffentliche „Jubiläums-Schulfeier“ mit Schulführungen und Vorträgen ist am Samstag, 4. Februar, von 10 Uhr bis 15.30 Uhr.

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