Modellathlet par excellence: Hürdenläufer Gregor Traber

Albstadt-Ebingen, 28.01.2012 von Frank D. Engelhardt

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Sonntagmorgen in der Landessportschule Tailfingen: Bereits kurz vor neun Uhr wuselt es in der Turnhalle, Schüler bereiten sich auf einen besonderen Workshop mit dem deutschen Hürdenstar Gregor Traber vor.

Laufen, Spingen und Werfen – das macht jeder, denn es gehört einfach zum Alltag dazu. In der Leichtathletik werden diese elementaren Bewegungsabläufe des Menschen trainiert und perfektioniert, in einen sportlichen Kontext gebracht. Und das kann auch richtig Spaß machen, wie die Schüler des Reutlinger BZN-Gymnasiums wissen. In einer Leichtathletik-AG frönen sie normalerweise ihrem Freizeitvergnügen, spornen sich gegenseitig zu neuen Bestleistungen an.

Am Wochenende stand für rund 40 Pennäler ein besonderer Trainingshöhepunkt an. Gemeinsam verbrachten sie drei Tage an der Landessportschule in Tailfingen, trainierten nicht nur wie die Profis, sondern auch mit einem echten Star. Denn Gregor Traber von der LAV Tübingen ist einer der aufstrebenden Sterne am deutschen Leichtathletik-Himmel. Im vergangenen Jahr startete der im Dezember erst 19 Jahre jung gewordene Sportler durch, holte sich als 18-Jähriger Anfang vergangenen Jahres den Titel des deutschen Hürdenmeisters vor der angestammten Elite – so jung gelang das noch keinem vor ihm. Doch obwohl er zu einem sportlichen Höhenflug angesetzt hat, ist er auf dem (Hallen-)Boden geblieben. Davon konnten sich die Reutlinger Schüler bei ihrem exquisiten Workshop am Sonntagmorgen selbst überzeugen.

Neun Uhr war Trainingsbeginn, drei Minuten vorher waren alle inklusive Gregor Traber startklar. Präzision und klare Strukturen sind eben wichtig, um effektiv ans Ziel zu kommen, das weiß auch ein Vorzeigeathlet wie Gregor Traber nur zu gut. Nur einmal an einer Hürde hängen bleiben, schon ist das Rennen gelaufen. Eine gute Technik ist daher sehr wichtig, und die hat er und kann sie auch vermitteln. „Die Kinder sind ihm von Beginn an an den Lippen gehangen“, erklärt Ulrich Bock, Leiter der Landessportschule in Tailfingen. Ohne Berührungsängste gehe der Tübinger auf die Kinder zu und lasse sich auf den wissbegierigen Nachwuchs ein. „Talentschulungen durch ein noch so junges Talent sind natürlich etwas ganz besonderes“, meint Bock. Und so wurde nicht viel Zeit vergeudet, sondern locker aber zielgerichtet trainiert. Ob Bananenkiste oder richtige Hürde, Traber war bei jeder Übung dabei und war sich für nichts zu schade. „Das zeichnet einen solchen Vorzeigeathleten eben aus, den am liebsten jede Mutter als Schwiegersohn haben möchte“, erzählt der Leiter der Landesschule.

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass Traber selbst solche Workshops genossen hat – und so lange ist das ja auch noch nicht her. Mancher Teilnehmer war bereits das dritte oder vierte Mal auf der Alb und kostete die Extra-Trainerstunde sichtlich aus. „Außerdem hat das auch einen pädagogischen Wert, denn ohne die Mitarbeit von Mentoren aus der Oberstufe wäre so ein Projekt überhaupt nicht realisierbar“, gibt Bock zu bedenken.

So tummelten sich die Reutlinger Gymnasiasten und der deutsche Hürdenmeister in lockerer Atmosphäre, nutzten die gesamte Bandbreite der Trainingsmöglichkeiten in Tailfingen aus. Und das, obwohl es für den 19-Jährigen derzeit zeitlich ziemlich stressig ist. Das Abitur steht für den frisch gebackenen „Jugend-Leichtathleten 2011“ an und bei den Olympischen Spielen in London möchte er auch dabei sein.

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