Hasen auf dem Vormarsch...
28.01.2012 von Holger Much
Vermutlich ist es nur irgendein seltsames psychologisches Phänomen fortschreitender Vergreisung, das mir diesen Eindruck vermittelt: Jedes Jahr wird alles noch schneller und noch unpassender.
So traute ich jüngst meinen Augen kaum, als ich - der Januar war gerade erst zwei Wochen alt - in einem Geschäft bereits Regale voller lächelnder Mümmelmänner und anderen charmanten österlichen Dekorationstand entdecken musste. Hallo? Mitte Januar? Ostern ist in diesem Jahr immerhin am 8. April. Und Frühlingsanfang auch erst am Dienstag, 20. März.
Auch wenn ich für Hasen und andere niedlich-mümmelnde Nager durchaus Sympathie empfinde, finde ich ihren Vormarsch bereits jetzt, wo die Tannenbäume gerade erst aus den Stuben verschwanden, etwas befremdlich.
Beim Blick aus dem Fenster passen diese frühlingsverheißenden Symbolfiguren momentan natürlich schon eher: Goethes „blaues Band“ kommt einem in den Sinn und manch ein Vogel trällert übermütig schon fröhlich-frühlingshafte Weisen statt dem leisen Wintergezwitscher in Schnee-Moll.
Sollten die Langohren also ein untrügliches Zeichen sein für einen garantierten frühen, milden Lenz und einen prachtvollen Sommer, darf man die Welt von mir aus mit Hasen zupflastern!
