Wohin mit den Firmen?

Stadt möchte für „Mehrer“ neues Gebiet im „Steinenbühl“ erschließen

Balingen, 27.01.2012 von Klaus Irion

Anzeige
Der Stadt gehen langsam wieder die Gewerbebauplätze aus. In ihrer „Not“ will sie nun doch ein Gelände im „Steinenbühl“ ausweisen, um der Firma „Mehrer-Kompressoren“ den Umzug zu ermöglichen.

Eigentlich müsste sich Michael Wagner riesig freuen. Balinger Unternehmer sind munter am Auslagern und Expandieren ihrer Betriebe. Das Gute daran: Sie tun dies trotz verlockender Angebote aus Nachbarkommunen zumeist innerhalb der Balinger Stadtgrenzen. Doch der Blick des Stadtplanungsamtsleiters reicht schon weiter. Und was er sieht, macht ihm nach eigenen Angaben „große Sorgen“. Der „Hauptwasen“ quasi voll, das Gebiet „Rote Länder“ laut Wagner „zu 80 Prozent verkauft beziehungsweise mit festen Reservierungen belegt“ und im „Bangraben“ derzeit gerade einmal noch ein Grundstück übrig.

In diese Situation hinein trägt nun auch das Traditionsunternehmen „Mehrer Kompressoren“, den Wunsch umzuziehen und später vielleicht auch zu erweitern, an die Stadtoberen heran. „Und dies möglichst nahe an den bestehenden Standort in der Rosenfelder Straße“, ergänzt Wagner. Was also tun?

Abgesehen von der großen Entfernung, „hätten wir in Rote Länder ohnehin kein Grundstück mehr gehabt, das groß genug wäre“, sagt Wagner. Und bis ein möglicher dritter Bauabschnitt mit weiteren acht Hektar in Richtung Roßwangen erschlossen würde, könnte es noch einige Jahre dauern. Ähnliches gilt fürs Gebiet „Bangraben“, wo derzeit eine Erweiterung mit der eine Million Euro teuren Verlegung einer der drei Hochspannungsleitungen einhergehen müsste. „Das ist der Stadt zu teuer“, so der Stadtplaner. Ihm sei aber sehr wohl bewusst, „dass wir eine moralische Verpflichtung haben, einem ortsansässigen Unternehmen zu helfen, wenn es Platz braucht“. Und so erinnerte man sich bei der Stadt an das Gelände in der Verlängerung des Gebiets „Steinenbühl“, unterhalb der Landesstraße 415, die nach Geislingen führt. Einst bereits als Gewerbegebiet vorgesehen, wurde es im Zuge der „Rote Länder“- Erschließung als Ausgleichsmaßnahme zum landwirtschaftlich genutzten Gebiet zurückgestuft.

Nun also doch wieder Gewerbegebiet und die Ausgleichsmaßnahme dafür im für Unternehmen wohl geografisch weniger attraktiven Bereich „Hinter Lauen“ in Engstlatt. „Damit können wir leben“, sagt Ortsvorsteher Hans Bitzer.

Ob die Naturschutzbehörden aber mit den städtischen Plänen leben können, bereitet Wagner noch etwas Kopfzerbrechen. „Das Gelände im „Steinenbühl "ist von drei Seiten von Vogelschutzgebieten umringt.“ Auch könnten Mehrer unter Umständen noch Lärmschutzauflagen wegen des nahe gelegenen Wohngebiets blühen.

„Wir sind in Gesprächen mit der Stadt, unterschrieben ist bislang aber noch nichts“, erklärt Geschäftsführer Jörg-Peter Mehrer gegenüber unserer Zeitung. Bestätigt aber gleichwohl den Platzbedarf von zunächst 2,5 Hektar und einem Hektar möglicher Expansionsfläche. Ausweichen möchte die Stadt im „Steinenbühl“ insgesamt fünf Hektar.

Anzeige
Anzeige

PROBE LESEN

Der ZAK bei Facebook