Hoher Preis für Schnäppchen

25.01.2012 von Rosalinde Conzelmann

Eine dunkelhäutige Frau, die 14 Stunden am Tag schuftet und dafür 35 Euro Lohn bekommt. Kinder, die von ihren Lehrern bei der Baumwollernte angetrieben werden, anstatt Mathe zu lernen. Diese Zustände sind weit weg, in Bangladesch und in Usbekistan, trotzdem betreffen sie uns in der westlichen Welt als Modekonsumenten unmittelbar. Denn sowohl die Frau als auch die Kinder arbeiten in Textilfabriken für große Konzerne. Mich haben diese Aussagen der ARD-Sendung Markencheck betroffen gemacht. Wie nahezu jedes weibliche Wesen ziehe ich gerne durch die Modeläden und freue mich natürlich, wenn ich ein Schnäppchen machen kann. Da ich aber die Superbillig-Textildiscounter meide, lehnte ich mich zu Beginn der Sendung guten Gewissens auf dem Sofa zurück. Ein Zustand, der nicht lange anhielt, denn die Reporter deckten glaubwürdig auf, dass auch hochpreisige Textilen oftmals unter gleichen Bedingungen produziert werden und die Arbeiter keinen Cent mehr bekommen. Ich bin schnurstracks zu meinem Kleiderschrank, in der Hoffnung, dass wenigstens die Sportbranche „sauber“ geblieben ist und mein Geld beim Kauf großer Namen gut angelegt ist. Ich wurde bitter enttäuscht: Made in Vietnam las ich auf dem Etikett in einem superteuren Markenfunktionsanorak. Made in China stand auf meiner neuen Skihose, ebenfalls ein Markenprodukt, das weltweit bekannt ist. Die Lust am Shoppen ist mir vorerst gründlich vergangen. Die Bilder der Kinder und der Frau sollten in den Läden hängen, aber dann würde ja keiner mehr zugreifen!

Es wird noch schwieriger werden

China, Indien und Brasilien haben zusammen fast 3 Milliardren Einwohner. Und die haben zusammen die meisten hungrigen Menschen. Und diese hungrigen Menschen sind bereit fuer wenig Geld zu rabeiten. Aber ich muss warnen vor schnellem Auburteilen des "boesen" Kapitalismus! Das volkreichste Land der Erde, china ist kommunistisch. Als der Anfuehrer des chinesischen Kommunismus, Mao, gestorben ist, hatte er mehr als 60 Millionen Chinesen mit sich genommen. Die Neue chinesische Kommunisten, unter Hu und Wen, haben erkannt, dass sie so nicht weiter kommen und haben den Kapitalismus eingefuehrt. Und der chinesische Kapitalismus ist so schlimm in china, dass ich fuercht, einige "echte" Komunisten in Partei und Armee, werden eines Tages sagen, es reicht uns. Dann wuerde se noxh schlimmer werden.
Das Problem liegt im wesendlichen bei uns. Wollen wir weiterhin viel verdienen und wenig fuer die Gueter, die wir kaufen, bezahlen. Es wird uns nichts helfen auf den Kapitalismus zu schimpfen. Wer das machen will, soll nur nach China schauen. Wer heute sagt, dass es wenigererdient in Europa und Amerika als heut, begibt sich in Lebensgefahr.
Josef Bujtor am 28.01.2012 10:21:54
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