„Strecken, streichen, schieben“

Rosenfelder Gemeinderat durchforstet den Etat 2012 – Enttäuschte Gesichter in Täbingen und Isingen

Rosenfeld, 21.01.2012 von Rosalinde Conzelmann

Anzeige
Der Rosenfelder Etat 2012 ist unter Dach und Fach. Das Streichkonzert der Stadt sorgte für lange Gesichter in Täbingen. Der Gemeinderat hat noch zwei Maßnahmen in Isingen und der Kernstadt verschoben.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Der Haushaltsplan 2012 wurde nach über zweistündiger, zum Teil abschweifender Diskussion über Mensaessen, kameralistische Feinheiten oder Schüleraustausche, am Donnerstag einstimmig verabschiedet. Lange Gesichter machten die Täbinger und Isinger, deren Wunschmaßnahmen, Sanierung der Friedhofsmauer und Duschraummodernisierung in der Sporthalle, wieder verschoben wurden. Sowohl Täbingens Ortsvorsteher Erhart Sautter wie auch sein Isinger Kollege Reiner Kieselbach machten keinen Hehl aus ihrer Enttäuschung. Auch Bürgermeister Thomas Millers Einwand, dass die Isinger Sporthalle im städtischen Besitz ist, blieb erfolglos.

„Wir leben über unsere Verhältnisse“, gab Stadträtin Renate Mohl (Freie Wähler) diese Betrachtung der Rosenfelder Stadtfinanzen ab. Ihr Ratskollege Klaus May von der Unabhängigen Wählergemeinschaft sprach den Gewerbetreibenden und der Kämmerei ein Dankeschön aus.

Bei der Einbringung des Entwurfes in der Dezembersitzung waren alle Wünsche berücksichtigt worden und die Investitionssumme hatte bei nahezu sechs Millionen Euro gelegen. Um alles zu finanzieren, wären die Rücklagen um 3,5 Millionen Euro geschrumpft. „Ein Unding“, so Delakos. Deshalb habe die Stadt „die klassische Kämmererdisziplin“ angewandt, die da lautet „strecken, streichen, schieben“. Verschoben wird die Ablösung für das Baugebiet „Leidringen (420 000 Euro: „Das tut mir weh“, besagte Täbinger Mauer, „die noch ein Jahr hält“, der Parkplatz in Brittheim sowie die Turmsanierung im Progymnasium. Bei der Sanierung der Toiletten in der Iselinschule wird auf den Austausch der Glassteine verzichtet, was 90 000 Euro gekostet hätte. Durch das Streichkonzert spart die Stadt rund 800 000 Euro ein.

Der geplante Bickelsberger Mountainbike-Trialpark, für den 120 000 Euro eingeplant sind, geriet auf den Prüfstand. „Ich war über diese Summe etwas geschockt“, so Renate Mohl. Sowohl Bürgermeister Thomas Miller als auch Bickelsbergs Ortsvorsteher Günter Rauch konnten ihre Zweifel zerstreuen. „Das wird ein Highlight“, so Rauch. Rege diskutiert wurde auch über die neue Wanderwegebeschilderung, die die „Leader“-Südwestgruppe angestoßen hat, und für die Rosenfeld dieses Jahr 45 000 Euro eingeplant hat. Wie Miller versicherte, steht diese Maßnahme noch auf wackeligen Beinen, „weil sie abhängig von einer Förderung ist“.

Einigkeit herrschte in beiden Listen, die geplante Bushaltestelle in Rosenfelds Westen zu schieben und damit 130 000 Euro einzusparen.

Info

Der knapp 20-Millionen-Euro Etat splittet sich in 15 Millionen Euro (Verwaltungshaushalt) und 4,76 Millionen (Vermögenshaushalt). Die Rücklagenentnahme liegt bei 2,3 Millionen Euro, der Ansatz für die Gewerbesteuer bei 5,5 Millionen. Die Zuführungsrate liegt bei 728 000 Euro.

Optionen

Bilder (2)

Schlagworte

Ähnliche Artikel

Jetzt Mitmachen

Anzeige
Anzeige

PROBE LESEN

Der ZAK bei Facebook